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„Lasst uns also nach dem streben, was zum Frieden und zum Aufbau der Gemeinde beiträgt.“ - Pidinger Peter Kleinert zum Diakon geweiht

Für die Pfarrei Piding Maria Geburt sowie für den ganzen Pfarrverband ist es eine große Freude und Ehre zugleich, dass ein Pfarrangehöriger zu diesem besonderen Dienst in der Kirche als Diakon berufen und dazu geweiht wurde.

In Vorbereitung auf die Weihe fand am Freitagabend in der Pfarrkirche ein Vespergebet statt. Der Obst- und Gartenbauverein Piding hatte den Kirchenraum festlich geschmückt.

Den Weihegottesdienst am Samstag konnten die Gläubigen in einer Live-Übertragung im Internet mitfeiern: Im Dom zu München weihte der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, Peter Kleinert zum Diakon.

Am Sonntag schließlich dankten Familie, Seelsorger, Bürgermeister Fahnenabordnungen, Vereine und Gläubige aus dem Pfarrverband in einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche Piding Gott für die Berufung und Weihe und beteten für den Weg als Diakon.

Im Anschluß daran fand im Pfarrheim Piding ein Stehempfang statt. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Christian Stöberl, Bürgermeister Hannes Holzner und Diakon Peter Walter sprachen Peter Kleinert in ihren Grußworten Glückwünsche  aus und Dank dafür, seiner Berufung gefolgt zu sein.

Lesen Sie nun den Bericht von Brigitte Janoschka:

Festgottesdienst nach der Weihe von Peter Kleinert zum Diakon - „Empfange das Evangelium Christi, zu seiner Verkündigung bist du bestellt“

Nach der Weihe zum Diakon im Münchener Liebfrauen-Dom am Samstag fand am Sonntag in der, vom Obst- und Gartenbauverein herrlich geschmückten Pidinger Pfarrkirche ein Festgottesdienst mit geladenen Gästen und - wie immer wegen Corona - mit viel Abstand statt. Pfarrer Ionel Anghel zelebrierte einen persönlich auf Peter Kleinert und sein neues Amt zugeschnittenen, zu Herzen gehenden Gottesdienst. Dekan Monsignore Thomas Frauenlob hielt die Predigt, Diakon Peter Walter gab seinem neuen Kollegen am Altar die Ehre, und auch die Gemeindereferentin Marianne Aicher wirkte mit.

Kirchenmusikerin Anni Utz und ihre Tochter Anna Maria sorgten mit Musikanten aus der Musikkapelle Piding für eine feierliche musikalische Gestaltung. Sie überraschten die Gläubigen mit einer gelungenen Mischung aus traditionellen Kirchenliedern mit Orgel- oder Bläserbegleitung - wie „Lobe den Herren“ zu Beginn und „Großer Gott, wir loben dich“ am Schluss, aber auch das Gloria und Sanctus von Michael Haydn wurden gesungen und feierlich gespielt -, und modernen rhythmischen Liedern meist mit Klavierbegleitung und Gesang der Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin Anna Maria Utz. Bei der Wandlung ließen drei kräftige Paukenschläge den Eindruck von Salutschüssen entstehen.

Pfarrer Ionel Anghel blickte auf den Weihegottesdienst am Vortag zurück, in dem neun Männer von Erzbischof Reinhard Marx zu Diakonen geweiht wurden. Er freue sich, dass einer davon aus der Gemeinde Piding stamme. Alle Sakramente von der Taufe bis zur Eheschließung habe Peter Kleinert in der Pfarrkirche Piding empfangen. Anghel begrüßte Kleinerts Familie und seine Angehörigen, Bürgermeister Hannes Holzner und die Gemeinderäte, sowie die Mitglieder der Vereine mit ihren Fahnenabordnungen. „Es ist ein besonderer Sonntag, an dem du, lieber Peter, zum ersten Mal am Altar den Dienst als Diakon vollziehst und Gott für deine Berufung dankst,“ stellte der Zelebrant eine Verbindung zur Pfarrgemeinde und zu Gott her.

Die Texte der Lesung und des Evangeliums, die ohnehin von der Leseordnung vorgesehen waren, passten vom Thema her genau zum Anlass des Festgottesdienstes. Im Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde von Philippi ging es um die Gemeinschaft des Geistes, um Einmütigkeit und Demut, ganz im Sinne Christi, der gehorsam bis zum Tod am Kreuz war. Das Evangelium aus Matthäus berichtete über zwei Söhne, die der Vater auffordert, in seinem Weinberg zu arbeiten.

In den Fürbitten, die Annemarie Haiker las, wurde um den Segen für Peter Kleinert gebetet, aber es kamen in den Bitten - für „die Oberen“, Althergebrachtes zu hinterfragen, oder in denjenigen für „die in der Politik“ um den göttlichen Geist zum Wohl in der Gemeinde - durchaus auch kritische Zwischentöne zu Wort.

Die Kommunion wurde mit Mundschutz in den Kirchenbänken ausgeteilt, so dass kein Gedränge entstehen konnte.

Vor dem Segen richtete Peter Kleinert das Wort an die Besucher und dankte allen, die mitgeholfen haben, diesen Festgottesdienst und den nachfolgenden Stehempfang im Pfarrheim (eigener Bericht folgt), zu dem er herzlich einlud, vorzubereiten und zu gestalten. Er bedankte sich für das Gebet und für alle Glück- und Segenswünsche. Er spüre, dass er getragen werde. Von Gottes Geschenk dürfe er nun etwas weitergeben. Er freue sich von ganzem Herzen, dieses Amt mit Gottes Hilfe zu bekleiden und seinen Weihespruch umzusetzen: „Lasst uns also nach dem streben, was zum Frieden und zum Aufbau der Gemeinde beiträgt.“Nach dem Gottesdienst betete Diakon Peter Kleinert am Grab seiner Mutter Hildegard Kleinert.

Dekan Monsignore Thomas Frauenlob ging in seiner Predigt auf die Entstehung, die Geschichte und die Bedeutung, sowie die Aufgaben des Diakon-Berufes ein. In der urchristlichen Gemeinde wurde ihnen der caritative Bereich anvertraut. Lange sei das Diakonat nur eine Zwischenstation hin zur Priesterweihe gewesen. Erst mit dem zweiten vatikanischen Konzil wurde an das urchristliche Modell angeknüpft und wieder ein ständiges Diakonat geschaffen.

Frauenlob blickte auf Peter Kleinerts Lebenslauf und auf seine berufliche Laufbahn, während der er 27 Jahre bei der Bank gearbeitet hat (wir berichteten). In Piding war er bei der Feuerwehr und bei der Trachtenjugend engagiert. Eigentlich habe er auch beruflich schon immer etwas Soziales machen wollen. Andererseits sei es für einen Diakon auch wichtig, Erfahrungen im weltlichen Berufsbereich gesammelt zu haben.

Ein bewegender Moment im Weihegottesdienst sei es, wenn die Allerheiligen-Liturgie gebetet wird und die werdenden Diakone vor dem Altar flach auf dem Boden liegen. Diese ungewöhnliche Haltung komme einem Ausgeliefertsein nahe und erinnere an das Wort im Philipper-Brief „Jesus Christus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, sondern entäußerte sich und wurde (…) den Menschen gleich.“ Wer die Nachfolge Jesu antritt, müsse sich ebenso klein machen wie er, forderte der Geistliche.

Einen „Amts-Bonus“ gebe es heute für ein Kirchenamt nicht mehr, viel mehr sei Mut für den Dienst in der Kirche notwendig ebenso wie das Bekenntnis: „Ja, ich bin da.“ Im Weihe-Gottesdienst sei dem Diakon das Evangeliar übergeben worden. Das Evangelium verkünden zu dürfen, sei etwas Großartiges, sagte Dekan Frauenlob und fuhr fort, dass Jesus den Menschen dies als Möglichkeit für ein sinnvolles und erfülltes Leben geschenkt habe. „Was du liest, ergreife im Glauben, was du glaubst, das verkünde. Was du verkündest, erfülle im Leben.“ Nur wenn dieser Auftrag erfüllt werde, könne der Weg zu den Herzen der Menschen gefunden werden.

Monsignore Frauenlob blickte auf gemeinsame Episoden zurück und freue sich nun auf die Zusammenarbeit mit Peter Kleinert. Es sei schön zu sehen, wie Gott alles fügt. Im Namen des Dekanats gratulierte er zur Weihe, wünschte viel Freude, Erfüllung und Sinnhaftigkeit bei der bevorstehenden Arbeit und bat um das Gebet der Gemeindemitglieder für den Diakon.

Stehempfang im Pfarrheim mit Glückwünschen, Geschenken und Musik - Freude und Dank von allen Seiten

Beim Stehempfang nach dem Festgottesdienst für Diakon Peter Kleinert im Pfarrheim gab es für den neuen Diakon viele herzliche Glückwünsche von Seiten des Pfarrgemeinderats, der Gemeinde und von Diakon Peter Walter. Alle hatten als Geschenk - und zum Ausgleich für die lange anstrengende Zeit der Ausbildung - außer fairen Produkten aus dem Weltladen oder dem Abonnement einer „gescheiten Zeitschrift“ einen Umschlag mit einer Finanzspritze für eine Romreise ins Zentrum der katholischen Weltkirche gemeinsamen mit seiner Familie dabei.

Wunderschön musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde mit Volksmusik an der Harfe (Uli Scheil), sowie Wolfgang und Andi Helminger an Ziach und Gitarre.

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Dr. Christian Stöberl lud in seinem Grußwort dazu ein, gemeinsam das Glas zu erheben und auf die Diakonweihe anzustoßen. „Ich wünsche dir, stellvertretend für die Pfarrgemeinde, Kraft, Ausdauer und Gottes Segen.“ Wenn ein junger Familienvater, der mitten im Beruf steht, eine Berufung spürt und ihr folgt - „und plötzlich war es da“ - dann sei dies schon etwas Besonderes, fand Stöberl. Als Diakon sei Peter Kleinert nun ein Mitarbeiter Christi, wirke bei der Liturgie mit und spende Sakramente. Stöberl verglich die Entscheidung Kleinerts mit dem Bild einer breiten, geraden Straße ohne Schlaglöcher, die geeignet war zum schnellen Fahren. Möglicherweise sei ihm aber das Motorengeräusch zu monoton geworden, und er habe sich für eine Ausfahrt entschieden. Und anders als ursprünglich geplant, sei er abgebogen. Anfangs habe sich der neue Weg sicherlich schmal, kaum zu erkennen, steinig und voller Kurven gezeigt. Aber es sei die beste Entscheidung gewesen abzubiegen. Die einzige Möglichkeit, Großes zu leisten, sei es, das zu tun, was man gern tut und so lange mit dem Herzen und der Intuition zu suchen, bis man es gefunden hat. Mit dieser Aussage von Steve Jobs schloss Stöberl seine Ansprache.

Auch Bürgermeister Hannes Holzner freute sich mit der gesamten weltlichen und kirchlichen Gemeinde darüber, „dass du, lieber Peter, es gemacht hast“. Er wünschte alles Gute, schloss sich den Predigt-Worten von Dekan Monsignore Thomas Frauenlob an und hob hervor, dass eine Berufung kein Job ist. Es sei eine Ehre, dass sich eine Persönlichkeit aus Piding auf den Weg gemacht hat.

Berufung könne man weder bei Ebay, noch im Pfarrbüro oder im Ordinariat kaufen, sprach Diakon Peter Walter im Namen der Geistlichkeit, namentlich von Pfarrer Ionel Angel und der Gemeindereferentin Marianne Aicher. Für christliche Berufung müsse man beten. Gott habe das Herz von Peter Kleinert als besonderes Geschenk für ihn erreicht. Die Kirche spreche hier von Gnade. Bei der Weihe im Liebfrauendom in München habe Kleinert mit „hier bin ich, ich bin bereit“ seine Antwort gegeben. Wie Frère Rocher rief Walter seinem neuen Kollegen Kleinert zu, er solle vom Evangelium das leben, was er verstanden habe „und sei es noch so wenig, aber lebe es.“

Walter erinnerte an die Randgruppierungen der Gesellschaft - Kirche müsse für alle da sein. Kleinert dürfe aber auch mal „nein“ sagen, denn wer seinen Nächsten liebt, dürfe sich selbst nicht vergessen. „Gönne dich dir selbst,“ habe Bernhard von Clairvaux gesagt. Diakon Walter dankte auch Kleinerts Ehefrau Ursi für ihr „Ja“, „ohne das es nicht gegangen wäre“. Und er bat Kleinerts drei Kinder, sie mögen ihren Vater unterstützen. Er wisse selbst, „dass es nicht leicht sei, wenn der Papa ein halber Pfarrer ist. Seid stolz, dass ihr so einen Vater habt!“ Für ihn sei dies - nicht zu vergessen auch der Draht nach oben - sein Traumberuf.

Brigitte Janoschka

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