Zu Beginn verzieren wir unsere Gruppenkerze, die in jeder Firmstunde brennen soll. Die Firmlinge schreiben mit rotem Wachsstift ihre Namen auf die Kerze.
Anschließend stellt sich jeder vor und wir machen ein paar Kennenlernspiele. Die Jugendlichen interviewen sich gegenseitig und stellen ihren „Interviewpartner“ dann der Gruppe vor, wir überlegen, was wir der Gruppe bei uns zuhause zeigen würden, wenn sie uns heute, jetzt besuchen käme.

Wir füllen gemeinsam ein Plakat mit verschiedenen Fragen aus:
Was mich interessiert: meine Freude, Traktorfahren
Was mich nicht interessiert: Autos, Latein, Geschichte
Was mich freut: Freunde und Familie sehen
Was mich ärgert: Mathe, Deutsch, Englisch
Meine starken Seiten: hilfsbereit, freundlich
Meine schwachen Seiten: sehen
Was mich trägt: Familie, Freunde, Netflix, Schlaf, Wochenende

Wir bilden Zweiergruppen, einer bekommt die Augen verbunden und wird von seinem Partner blind durch den Pfarrsaal geführt, allerdings nur durch Nennung des Namens, ohne Berührung. Nach der Übung sprechen wir über unsere Erfahrungen, was sich im Lauf der Aktion geändert hat, wie ich mich als Führender und als Geführter gefühlt habe und hören eine Bibelstelle: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich bei deinem Namen gerufen! (Jes 43, 1-7)

Wir sprechen über unsere eigenen Vornamen, evtl. Spitznamen, wie wir von Freunden oder Familie genannt werden und lesen über die Bedeutung oder Varianten nach.
Beispiel Martina: lateinisch, geht zurück auf den Namen des Kriegsgottes Mars, skandinavisch Marten
Beispiel Judith: hebräisch, Jüdin oder Frau aus Jehud, alte Namensform Jehudith

Zum Abschluss spielen wir ein Würfelspiel, bei dem man Fragen beantworten muss, wenn man das jeweilige Feld erreicht: Was ich an mir besonders gut finde – Heute habe ich mich geärgert über – Meine Lieblingsmusik ist – Ich beneide – Was mich am meisten nervt ...

Wir versammeln uns um den Tisch, zünden die Gruppenkerze an und hören ein Gebet.
„Ein langer, möglicherweise hektischer Tag liegt hinter uns, die Firmstunde liegt jetzt vor uns. Lasst uns für einige Augenblicke schweigen, um auch innerlich hier anzukommen.
Herr, sei du in unserer Mitte und schenke uns zündende Ideen, die in uns etwas zum Brennen und zum Leuchten bringen – lass uns auf die Worte der anderen hören und ihre Meinung tolerieren – gib uns die Kraft, Begonnenes zu vollenden und manches einfach wachsen zu lassen – schenke uns viele Augenblicke der Freude!“

Jeder Firmling schreibt auf eine leere Karte, was ihm einfällt, wenn er das Wort „Gott“ hört:
Vertrauensperson – jemand, der in jeder Situation für dich da ist – Glauben – Christentum – Jesus – Frieden – Kirche – Beten ...

Anschließend erhält jeder Firmling einen Umschlag mit etwas 60 Begriffen zu Gott (Guter Hirte, Vater, Höchster, Gewissen, Licht, Kuschelgott, feste Burg, Ziel, Richter, der Ferne, Blitz und Donner, Feuer, Beobachter ...). Im Lauf der Stunde wird der Umschlag immer wieder zur Hand genommen und die Begriffe aussortiert, die für den jeweiligen Jugendlichen am wenigsten mit Gott zu tun haben.
Übrig bleiben am Ende: Licht, Befreier, Polizist, Baum, Gnädiger, Trost, Heiliger, Richter, Menschgewordener, Liebe, Beschützer, Herr, Wunderbarer, Vater, Allmächtiger, Guter Hirte ...

In einer „Schreibkommunikation“ machen wir uns Gedanken über „Gott – gibt es ihn? Und wenn ja, wie?“ Die Firmlinge schreiben Fragen, Antworten oder Bemerkungen auf ein großes Plakat.
Meiner Meinung nach gibt es ihn. Er ist bei Menschen, die seine Hilfe brauchen oder in schlechten Zeiten sind. Er ist aber auch bei denen, die glücklich sind. – Wie spüren wir seine Gegenwart? – Dass man sich z.B. wohl fühlt und allgemein ein gutes Gefühl bei der Sache hat.
Frieden – Frieden wo? – In Ländern wo Krieg herrscht! – Überall!
Liebe – Liebt er uns oder wir ihn? – Vermute schon dass er uns liebt. Ob wir ihn lieben ist uns überlassen.

...

Kleine Leinwände, Farben und Pinsel werden verteilt und die Firmlinge sind eingeladen, ihr persönliches Bild von Gott zu malen.

Zum Abschluss spielen wir wieder ein paar Runden unseres Würfelspieles: Mit wem ich gerne einmal einen Tag verbringen würde – Wäre ich Lehrer, würde ich am liebsten – Mein Traumauto ...

In der Tischmitte brennt unsere Gruppenkerze, nach der Begrüßung sprechen wir ein kurzes Gebet. 

Heute beschäftigen wir uns mit Jesus. Zuerst hören wir etwas über sein Leben:
Geboren in Israel, in einem Stall draußen vor der Stadt – Er heilte, wo keine Hoffnung mehr war – Er war kein Revolutionär, doch seine Botschaft war Sprengstoff – Macht, Ehre und Reichtum waren ihm nicht wichtig – Er stand auf der Seite der Schwachen, mit Sündern und Ausgestoßenen saß er zu Tisch – Er zeigte den Menschen den Weg zu Gott – Er, der Freund Gottes und der Menschen, wurde als Gotteslästerer und Verführer des Volkes hingerichtet.
Die Firmlinge gestalten ein „Werbeplakat“ für Jesus, malen ihn in die Mitte und beschreiben ihn mit positiven Begriffen: Jesus als Menschenfreund – Jesus ist für jeden da ...
Wir spielen „Jesus-Risiko“: Die Firmlinge bilden Teams und können sich aus Themenbereichen wie beispielsweise „Jesu Geburt“, „Jesu Botschaft“, „Steckbrief Jesu“ ... Fragen unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen auswählen. Wenn eine Frage nicht beantwortet werden kann, wird sie ans nächste Team weiter gegeben.

Die Firmlinge überlegen, was sie an Jesus beeindruckt und was sie an ihm befremdet.

Anschließend steht ein Rollenspiel auf dem Programm: Jesus mit den Augen des Simon Petrus. 3 Firmlinge geben den Erzähler, Jesus und Simon Petrus.

Jesus fordert Simon Petrus auf, weit aufs Wasser hinauszufahren und die Netze auszuwerfen. Simon, der Fischer, weiß, dass es zu dieser Tageszeit keinen Sinn hat. Dennoch tut er es. Und siehe da, sie fangen so viel, dass die Netze drohen zu reißen. Simon Petrus fällt Jesus zu Füßen, doch dieser sagt: „Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen!“
Bei einem Jesus-ABC gilt es in Kleingruppen zu jedem Buchstaben des Alphabets einen Begriff zu finden, der mit Jesus zu tun hat. Manche Buchstaben sind einfach, zu anderen findet niemand ein passendes Wort.
Den Abschluss bildet ein Jesus-Quiz: Die Firmlinge stellen sich gegenseitig Fragen wie beispielsweise:
Wann wurden die Evangelien geschrieben? Zu Lebzeiten Jesu oder direkt nach seinem Tod oder mehr als ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod?
Was besaß für Jesus oberste Priorität? Die Erfüllung der 10 Gebote oder das Heil der Menschen oder das Gericht Gottes?
Die Stunde endet mit einem Text aus unserem Arbeitsbüchlein „Stark! Mich firmen lassen“

Ein schwieriges und komplexes Thema ...

Zuerst beschriften die Firmlinge „Wortkarten“, d.h. sie schreiben einen möglichst kurzen Begriff auf eine Karte, den sie persönlich mit dem Hl. Geist verbinden.

„In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.“ (Mk 1,9-11)
Entscheidend ist hier nicht die Gestalt des Vogels, sondern die flatternde Bewegung, die eine Taube im Anflug macht. Ein Bild für das Unfassbare.

Die Firmlinge ziehen Kärtchen mit Redewendungen und versuchen zu erklären, was damit gemeint sein könnte: Feuer und Flamme sein – auf etwas brennen – vor Eifer glühen – viel Wind um eine Sache machen – hier herrscht dicke Luft – die Luft ist rein ...

Der Hl. Geist wurde damals in der Bibel mit Feuer(zungen) und Wind dargestellt. Aus der Kraft dieses guten Geistes heraus – Gott ist die Liebe! – haben sich die Menschen damals schon anstecken und begeistern lassen.

Guter Geist – schlechter Geist
Aus Zeitschriften werden Bilder und Schlagzeilen ausgeschnitten, die „guten“ bzw. „schlechten“ Geist symbolisieren und auf ein Plakat geklebt.

Geist des einander nicht-verstehens
Jeder schreibt eine „Warum-Frage“ auf ein Blatt Papier und knickt es um. (Warum scheint heute die Sonne?) Das Blatt wird weiter gegeben und im zweiten Schritt schreibt jeder irgendeine „Weil-Antwort“ auf. (Weil ich Hunger habe.) Wir geben die Zettel reihum und lesen anschließend vor, was für Texte herausgekommen sind ... heitere Sprachverwirrung.

Aufeinander einlassen
Die Firmlinge stehen im Kreis, die Köpfe sind zu Boden gesenkt, niemand schaut den anderen an. Aufgabe ist es nun, laut und langsam rückwärts von 20 herunter zu zählen. Es gibt keine vorherigen Vereinbarungen, keine Reihenfolge, aber es dürfen auch nicht zwei gleichzeitig sprechen, niemand darf deuten oder etwas anderes als die Zahlen sagen.

Silbenrätsel
Die 7 Gaben des Hl. Geistes wurden in Silben zerteilt und die Firmlinge versuchen, sie zusammen zu setzen: Geist des Rates, Weisheit, Einsicht, Erkenntnis, Frömmigkeit, Gottesfurcht, Stärke.

Brief an den Heiligen Geist
Jeder Firmling schreibt einen Brief an sich selbst, den er ca. ein halbes Jahr nach der Firmung zurück bekommen wird. Welche Bedeutung hat die Firmung für mich? Was wünsche ich mir vom Heiligen Geist? Warum möchte ich gefirmt werden?

Die Vorbereitungszeit neigt sich dem Ende zu: Die letzte Firmstunde ist da ...

Zu Beginn schauen wir uns alle Plakate an, die wir in den vergangenen Wochen gestaltet, geschrieben und beklebt haben, und erinnern uns an das jeweilige Stundenthema.

Dann unterhalten wir uns über die Sakramente, die Firmlinge überlegen zusammen, welche Sakramente es gibt (Taufe, Eucharistie, Buße, Firmung, Ehe, Krankensalbung und Diakonats-, Priester- oder Bischofsweihe).

Die Firmlinge ziehen Kärtchen und machen die jeweilige Handbewegung vor. Die anderen müssen raten, was damit gemeint sein könnte:
Zeigefinger vor den Mund: schweigen
Winken: begrüßen, verabschieden
Faust machen: drohen, Kampf
...

Handauflegung bei der Firmung
Wichtiges Zeichen, Kräfteübertragung, wem ich die Hand auf die Schulter lege, dem möchte ich zeigen, hinter dir stehe ich, du kannst mit mir rechnen. Als Partnerübung bilden die Fimlinge Paare, nähern ihre Handflächen denen des Partners: Ab wann kann man Wärme spüren? Händedruck – wie muss er sein, damit er sich richtig anfühlt?

Bei der Firmung bekommen die Jugendlichen vom Firmspender die Hand aufgelegt, der dabei im Auftrag Jesu Christi handelt. (Über mir hält jemand seine Hand, ich kann sicher werden.)

Wir besprechen die Salbung mit Chrisam, Salbung als Zeichen der Kräftigung, auch im Alltag bewirken Salben, Öle oder Cremes Entspannung, Heilung, Kühlung, Stärkung ...

Im AT wurden Könige, Priester und Propheten gesalbt als Zeichen ihrer Würde – du bist auserwählt! Du bist etwas Besonderes! Du bist wertvoll! Ich schütze dich, gebe dir Kraft!

Besiegelung mit dem Kreuz
Hier kommt die Treue Gottes zum Ausdruck. Das christliche Leben, das wir mit der Taufe übernommen haben, wird durch die Firmung noch einmal besiegelt und beglaubigt. Gott nimmt seine Zusage nicht zurück!

Friedensgruß
Leben in Frieden mit dir, mit den Mitmenschen, mit Gott.

Wir besprechen das Taufbekenntnis und das Glaubensbekenntnis, hier füllen alle einen Lückentext aus

Am 2. Adventssonntag waren alle Pidinger Firmlinge mit ihren Familien und Paten in die Pfarrkirche eingeladen zum sog. „Auftaktgottesdienst“ zur Firmvorbereitung.

Dicht gedrängt saßen die über 50 Jugendlichen in den vordersten Bänken, die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Pfarrer Ionel Anghel und Diakon Peter Walter mit zahlreichen Ministranten ins Gotteshaus einzogen. Die musikalische Gestaltung hatte der Chor „MundArt“ aus Saaldorf/Surheim übernommen. Mit ihren schönen Gesängen unterstrichen sie den feierlichen Anlass.

Pfarrer Anghel begrüßte alle Gläubigen und besonders die Firmlinge, bevor nach der Lesung aus dem Buch Baruch („Leg ab, Jerusalem, das Kleid deiner Trauer und deines Elends und bekleide dich mit dem Schmuck der Herrlichkeit, die Gott dir für immer verleiht!“) Diakon Walter das Evangelium nach Lukas verkündete: „Bereitet den Weg des Herrn! ... Und alle Menschen werden das Heil Gottes schauen!“

In seiner Predigt sprach Pfarrer Anghel zunächst darüber, dass heute so viele Leute in den Gottesdienst gekommen seien, alle Generationen seien vertreten, er würde sich wünschen, öfters dieses sichtbare Zeichen für die Familie Gottes erleben zu dürfen.

Anschließend erläuterte er, dass die liturgische Farbe im Advent violett ist, genau wie bei Beerdigungen oder in der Fastenzeit. In der Fastenzeit denkt man an das Opfer Jesu, der aus Liebe zu uns Menschen ans Kreuz gegangen ist, auf einer Beerdigung an den Verstorbenen, der in Zukunft fehlen wird – alles Zeiten, die zum tieferen Nachdenken anregen über uns, unser Leben, Gott. Auch im Advent ist das so: Man denkt nach über den, der da an Weihnachten zu uns kommt, wie er zu uns kommt und kann im Blick auf das Kleine Gott anerkennen, der sich auch klein gemacht hat. Advent – Umdenken, Umkehr – einmal stehen bleiben, reflektieren, nachdenken, ob das eigenen Leben in die richtige Richtung geht. Dann wurde der Bogen zur Firmvorbereitung gespannt: Die Firmlinge müssen lernen, das Wort Gottes auf sich zu beziehen. Das schöne Gewand, das man zur Firmung anlegt, ist nur eine Äußerlichkeit. Auch das Innere muss glänzen und dieser innere Glanz kommt aus dem Herzen. Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, all das bedeutet, den Schmuck der Herrlichkeit Gottes anzuziehen, wie es in der Lesung vorgetragen worden war.

Die 12 Firmhelfer der Pfarrei sind Steffi Aschauer, Barbara Enzinger, Katrin Flatscher, Carolin Geiger, Christine Hinterseer, Peter Kleinert, Martina Maltan, Michaela Menges, Anne Pipietz, Birgit Richter, Karin Schlagberger und Judith Stöberl. Sie wurden nach vorne gerufen und stellten ihre jeweiligen Firmgruppen vor. Dann empfingen alle den Einzelsegen.

Auch in den Fürbitten wurde auf die Firmung eingegangen und besonders für die Firmbegleiter, Familien und Paten gebetet, die die Fimlinge in den kommenden Monaten begleiten werden, sowie für die Firmlinge selbst, dass sie in ihren Firmgruppen eine starke Gemeinschaft erleben dürfen und niemand an den Rand gedrängt wird.

Zur Kommunion gab Pfarrer Anghel den Firmlingen mit auf den Weg, dass der Herr sich nun in ihre Hände gebe und damit sein größtes Vertrauen schenke.

Am Ende des Gottesdienstes wurde die ganze Pfarrgemeinde in die Firmvorbereitung eingebunden: Es lagen Zettel auf mit einem Segensgebet und jeweils dem Namen eines  Firmlings. Wer einen solchen Zettel mitnahm, wurde gebeten, den jeweiligen Jugendlichen bis zur Firmung im Gebet zu begleiten.

Bericht: Judith Stöberl

Mein persönliches Bild von Gott …
Die Firmlinge beschäftigten sich in der 3. Gruppenstunde mit Gott und waren eingeladen, ihre ganz persönliche Gottesvorstellung mit Farbe und Pinsel auf eine kleine Leinwand zu malen.

 

 

Gruppenplakate einiger Pidinger Firmgruppen. Erstmals gibt es heuer kein gemeinsames Plakat, zu dem alle Firmlinge ihre Fotos beisteuern, sondern jede Gruppe war eingeladen, ein eigenes Plakat zu gestalten.

 

Seit dem 2. Adventssonntag haben sie sich auf diesen großen Tag vorbereitet: 114 junge Christen des Pfarrverbands Anger-Aufham-Piding empfingen nun das Sakrament der Firmung. Sie sagten damit bewusst „Ja“ zur Verbindung mit Gott durch den Heiligen Geist, zu dem, was mit ihrer Taufe begonnen hatte. In der Pfarrkirche Piding firmte Domkapitular Monsignore Wolfgang Huber 57 Pidinger Jugendliche. In der Pfarrkirche Anger besiegelte der Domkapitular im Ruhestand, Prälat Josef Obermaier, 39 Buben und Mädchen aus Anger und 18 aus Aufham mit der Gabe des Heiligen Geistes.

   Zur Zeit der Firmvorbereitung unter Leitung von Diakon Peter Walter gehörten unter anderem ein kommentierter Gottesdienst, damit die Firmlinge einen Bezug zum Ablauf der Eucharistiefeier aufbauen können, ein Taizégebet und ein Jugendkreuzweg. In zwölf Gruppen mit 24 Firmbegleitern aus dem Kreis der Eltern setzten sich die Jugendlichen mit Themen wie eigene Identität, Jesus, Gottesbild oder Heiliger Geist auseinander. Dazu kam ein „Firmpraktikum“ nach Wahl, etwa in einem Altenheim, im Eine-Welt-Laden oder in der Palliativ-Station. Besonders beliebt war die Mithilfe bei der „Tafel“ in Bad Reichenhall.

   Das gesamte Pastoralteam – neben dem Diakon Pfarrer Ionel Anghel sowie Gemeindereferentin Marianne Aicher – feierte jeweils die Firmgottesdienste in den festlich geschmückten Gotteshäusern mit. Die schwungvolle musikalische Umrahmung übernahmen in Anger Martina Jakob und der Projektchor „Firmung“, beispielsweise mit „Feuer und Flamme, lebendiges Licht“ oder dem Taizé-Lied „Veni, Sancte Spiritus“. In Piding sang der Chor „Junge Musik“ unter Leitung von Christian Stöberl unter anderem „Gib uns Leben aus dem Geist“, und Anni Utz spielte die Orgel.

   Auf unterschiedliche, jugendgemäße Weise legten die Zelebranten das von Peter Walter vorgetragene Evangelium über das Liebesgebot aus. „Ich will kein neues Gebot. Ich will erwachsen, frei werden“, versuchte Prälat Obermaier in Anger den Gedanken so manches jungen Menschen zu lesen. Jesus habe aber kein neues „Gebot“ gegeben, sondern alle Gebote zusammengefasst in einer Formel: Gott, den Mitmenschen und sich selber lieben. Als Synonym für „ich liebe“ schlug Obermaier „ich habe Zeit“ vor, denn für das, was man liebt, habe man immer Zeit. Zeit haben für Gott – das könne bedeuten, nach dem Aufwachen das Fenster zu öffnen und „Danke“ zu sagen, auch für den Regen, und nicht nur das Fenster, sondern auch Augen und Sinne aufzumachen. Es könne mittags heißen, kurz vor dem Essen inne zu halten und leise dafür zu danken. „Dann sehe ich das Essen ganz anders, und es schmeckt gang anders.“ Und abends sei es möglich, den Tag ein paar Minuten im Gespräch mit Gott passieren zu lassen und so ganz anders einzuschlafen. Auch auf die Bedeutung des Sonntags und die wichtige Erfahrung, dass man sich in einer Gruppe von Menschen engagiert und dort mit seinen Talenten gebraucht wird, ging Obermaier ein. Zeit haben für sich selbst könne heißen, ab und zu alleine zum Nachdenken „zu verkriechen“ an einen Platz in der Natur oder mit dem Tagebuch, oder mit dem Paten ein gutes Gespräch zu führen.

     In Piding zog Wolfgang Huber das Bild der sozialen Netzwerke heran. Damit aus einer Facebook-Freundschaftsanfrage und einer virtuellen Freundschaft echte Freundschaft wird, seien Begegnung und konkrete Erfahrungen erforderlich. Dann seien wir nicht nur als „Face“, als Gesicht, sondern mit unserer ganzen Persönlichkeit gefragt. Die Freundschaftsanfrage Gottes aus der Taufe werde in der Firmung fortgesetzt und gestärkt. Gott bleibe aber nicht im virtuellen Raum, oder im Himmel hängen, sondern zeige sich uns von Angesicht zu Angesicht. Symbole dafür seien auch die Zeichen bei der Firmspendung. Die Namensnennung bedeute: „Es geht um dich“. Die Freundschaft Gottes werde besiegelt mit Chrisam, mit dem früher nur Priester, Propheten und Könige gesalbt wurden. Als Präsident von Missio berichtete Huber von einer bewegenden Begegnung mit jungen Christen in Äthiopien und lud die Firmlinge dazu ein, miteinander in der einen Familie der Glaubenden in Respekt voreinander und vor der Schöpfung die Welt zu gestalten.

   In Gruppen kamen die Firmlinge mit ihren Paten nach vorne und empfingen das Sakrament. Nach den Gottesdiensten luden die jeweiligen Pfarrgemeinderäte zum Stehempfang ein.    

Bericht und Bild: Veronika Mergenthal

Die Gruppenbilder der Firmungen können wir leider nicht veröffentlichen, weil nicht alle Eltern die Einverständnis dazu erteilt haben...

„Wer eucharistiefremd ist, der hat kaum Bezug zu dem was da vorne abläuft und es wird einem schnell langweilig“ mit dieser Betrachtung eröffnete Diakon Peter Walter am Sonntag den kommentierten Gottesdienst für die Firmlinge. Zu diesem besonderen Sonntagsgottesdienst in Anger und Piding waren vor allem die Firmlinge aus den Pfarreien Anger, Aufham und Piding eingeladen. Die einzelnen Bestandteile und Abläufe eines Gottesdienstes zu kommentieren und genauer zu erläutern, das was aber auch eine interessante Variante für die anderen Gläubigen und die sonntägliche Feier um Christi Leben, Sterben und seine Auferstehung wurde anschaulich betrachtet.
Peter Walter kam vor Beginn der Messfeier auf die Vorbereitungen zu sprechen und bat um rege Beteiligung am Gottesdienst. Dazu zitierte er den Heiligen Augustinus: „Wer singt betet zweimal“ und motivierte die Zuhörer zum Mitsingen und Mitbeten. „Zur Begrüßung gehört ein Kreuzzeichen, es ist das Erkennungszeichen von uns Christen“ führte der Diakon weiter aus. Im Kyrie wird um Verzeihung für Fehler gebetet. „Zur Römerzeit war der Ausdruck „Kyrie“ ein Gruß an den Kaiser in dem um Erbarmen gebeten wurde. Das haben die Christen so übernommen“ erklärte Peter Walter einen weiteren Abschnitt des Gottesdienstes. Im anschließenden „Gloria“ wird mit dem „Ehre sei Gott in der Höhe“ ein Lobpreis ausgesprochen. „Nach dem Tagesgebet kommt die Lesung. Diese kann uns stärken oder herausfordern“ führte der Diakon weiter aus. Pfarrer Ionel Anghel übernahm dann den nächsten Abschnitt der Erklärungen. „Es folgt das Evangelium, das bedeutet übersetzt gute Nachricht oder frohe Botschaft“ erklärte der Seelsorger bevor Peter Walter das Tagesevangelium verlas. „Nun folgt eigentlich die Predigt, die aber heute aufgrund der Kommentare während der Messe entfällt“ fügte Pfarrer Anghel an und leitete zum Glaubensbekenntnis und zu den Fürbitten über. „Im Glaubensbekenntnis ist das Wichtigste aus Jesu Leben zusammengefasst“, war die nächste Erläuterung. Mit der anschließenden Kollekte wurde an jene Gottesdienste erinnert, die die ersten Christen gefeiert haben. Denn damals wurde zu den Messfeiern immer Essen mitgebracht, um mit den armen Mitmenschen zu teilen. Heutzutage wird ein Teil der Kollekte weitergeleitet und kommt verschiedensten Aktionen zugute, ein Teil bleibt in der Pfarrei. Das Geld wird unter anderem für die Kirchenreinigung, für Blumenschmuck oder für die Anschaffung liturgischer Gegenstände verwendet. Mit der Eucharistiefeier beginnt ein neuer Teil der Messe. „Eucharistie bedeutet Mahl und Opfer zugleich. Jesus hat Mahl gehalten und wurde Opfer, weil er wusste dass er sein Leben für die Menschen hingeben würde“, so die nächste Erklärung. Wein und Wasser werden vor der Wandlung vermischt. Dieses Ritual steht für zwei Bedeutungen: Wein und Wasser sollen an das durchbohrte Herz Jesu erinnern, aus dem Blut und Wasser geflossen sind. Diese Handlung ist aber auch Zeichen für das Eins werden von Gottheit und Menschheit. Das „Vater unser“ wurde als ein Tischgebet für die Kommunion bezeichnet. Danach betete Pfarrer Ionel Anghel um den Frieden und brach dann die Hostie, diese stellt ein Symbol für Jesu Tod dar. Nach der Kommunion folgte ein abschließendes Lied, bevor der Priester den Segen spendete. „Segen bedeutet auch Stärkung“, waren die abschließenden motivierenden Worte nach einem sehr anschaulichen und nachhaltigen Sonntagsgottesdienst.

Bericht: Maria Horn

Der Mensch sieht, was vor Augen ist,
der Herr aber sieht das Herz.
(1 Sam 16,7)

Guter Gott, schenke mir einen Blick, der tiefer geht
als bis zur Oberfläche der Haut,
als bis zum Rücken einer Nase,
als bis zur Anzahl der Falten,
als bis zum Umfang des Bauches.
Schenke mir den Blick ins Innere, einen Blick für die Gaben:
den Humor, die Bescheidenheit, den Mut,
die Freundlichkeit, den Fleiß, die Ehrlichkeit,
die Güte, den Gerechtigkeitssinn, die Kreativität,
die Großzügigkeit, das Verständnis, die Kraft.
Darum bitte ich durch Jesus, meinen Bruder und Herrn.
Amen.

Lb. Firmling, lb. Eltern und Paten, für die Zeit der Firmvorbereitung ist eine Teilnahme an den Sonntagsgottesdiensten erwünscht.

12.4. Jugendkreuzweg um 19 Uhr in Anger für alle Firmlinge 

14.4. Palmsonntag - 18.4. Gründonnerstag - 19.4. Karfreitag - 20.4. Ostern                                    

(siehe Kirchenanzeiger)

3.5. um 17 Uhr Abend der Barmherzigkeit in der Pfarrkirche in Anger mit Beichte bei mehreren Priestern für ALLE Firmlinge (Eltern, Paten sind auch willkommen)

21.5. um 17 Uhr - Probe für die Firmlinge aus Anger/Aufham in der Kirche in Anger

22.5. um 9.30 Uhr Firmung in Anger

24.5. um 17 Uhr - Probe für die Firmlinge aus Piding in der Kirche in Piding

25.5. um 14.30 Uhr Firmung in Piding

Dankgottesdienst für das Sakrament der Firmung und Überreichung der Firmurkunden

28.9. um 17.00 Uhr in Mauthausen - 28.9. um 19 Uhr in Anger

Wir wünschen euch, dass ihr die Zeit der Firmvorbereitung als eine segensreiche Zeit erfahren dürft und im Herzen spürt, dass Gott dort wohnt, wo man ihn einlässt.

Pfarrer Ionel Anghel, Gemeindereferentin Marianne Aicher und Diakon Peter Walter

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