1. Einstimmung: GL 536,1-3 (Gegrüßet seist du Königin…)

Der Text des Liedes „Gegrüßet seist du, Königin“ ist im 19. Jahrhundert entstanden; sein Inhalt aber geht zurück auf das SALVE REGINA, eine marianische Antiphon, die seit etwa 900 Jahren gesungen wird. Unsere heutige Betrachtung lässt sich von den Gedanken leiten, die im Salve Regina ausgesprochen sind.

2. Betrachtung:

Der Mann. der das „Salve Regina“ zum ersten Mal gesprochen hat, musste in seinem Leben schweres Leid tragen. In seiner Not wandte er sich an Maria, bei der er Hoffnung und Trost suchte.

Es war der selige Hermann; er lebte im 11. Jahrhundert. Er kam schon als siebenjähriges Kind zu Mönchen auf die Insel Reichenau im Bodensee. Aus seiner Lebensgeschichte wissen wir, dass er von Geburt an gelähmt war und sich ohne fremde Hilfe nicht bewegen konnte. Seine Kameraden nannten ihn den „Gekrümmten“, weil er nicht aufrecht stehen konnte. Heute würden wir sagen, er war schwer behindert.

Aus dieser Notlage heraus hat Hermann im Gebet und in der Betrachtung Trost und Kraft gesucht.

Und Gott zeichnete ihn aus durch besondere Geistesgaben.

Unter seinen vielen schriftlichen Aufzeichnungen finden sich bekannte Mariengebete. Eines der schönsten ist das „Salve Regina“ (Sei gegrüßt, o Königin!).

Wir grüßen Maria, die Königin und Mutter.

Mit dem seligen Hermann wenden wir uns zu Beginn des Gebetes an Maria.

Wir grüßen sie, ähnlich wie der Erzengel Gabriel sie gegrüßt hat, und nennen sie Königin – Mutter der Barmherzigkeit – unser Leben und unsere Wonne – unsre Hoffnung. In jedem dieser Titel wird unser Vertrauen auf Maria, die Mutter des Erlösers, deutlich.

Sie ist unsere Königin.

Sie strahlt wie eine Königin an der Seite des Königs Güte, Liebe zu den Armen, Mütterlichkeit aus.

Sie hat ein Auge für die Notleidenden, sie hat ein Ohr für die Bittenden, sie hat ein Herz für die Kleinen und Leidgeprüften.

Wir nennen Maria die Mutter der Barmherzigkeit.

Dieser Titel weist darauf hin, dass Maria eine liebende und sorgende Mutter ist. Das gilt auch dann, wenn wir Schuld auf uns geladen haben. Sie gibt uns Vertrauen und Mut, dass wir wie der verlorene Sohn zum barmherzigen Vater zurückkehren können. Sie zeigt uns den Weg, der zu Gott zurückführt und erfleht uns sein Erbarmen

Wir nennen Maria „unser Leben und unsere Wonne“.

Damit meinen wir, dass Maria als die Mutter Jesu uns Freude bringt. Sie hat uns Jesus geboren, der unserem Leben Sinn gibt und uns das wahre Leben schenkt, denn er ist „der Weg, die Wahrheit und das Leben“.

Maria ist unsere Hoffnung.

Jedes Jahr feiern wir die Aufnahme Mariens in den Himmel. Das Fest erinnert uns daran, dass Maria bei Gott ist und die Freude erfährt, die Jesus allen versprochen hat, eine Freude, die nie aufhört. Durch Maria haben wir die Zuversicht, dass uns allen einmal diese Freude geschenkt wird, wenn wir wie sie auf Gott hören.

Wir rufen zu Maria

Viele Menschen sind von Leid gequält. Sie sind bedrängt durch Krieg und Verfolgung, durch Hunger und Krankheit, durch Katastrophen und Unglücksfälle, durch Angst und Einsamkeit.

Der Verfasser dieses Gebetes hat an seinem eigenen Leib das Elend und die Not dieser Welt erfahren. Er hat erkannt, dass Leid, Krankheit und Tod etwas zu tun haben mit der Erblast, die auf alle Menschen gekommen ist.

Wir alle sind Kinder Evas, die die ursprüngliche Nähe und Geborgenheit in Gott verloren haben.

Aber wir sind auch Kinder Mariens, denen Gott sich in Jesus Christus wieder zugewandt hat.

Wir bitten Maria um ihre Fürsprache

Wir erinnern uns an die Begebenheit bei der Hochzeit zu Kana. Beim Festmahl war der Wein ausgegangen. Der Bräutigam war in großer Verlegenheit. Maria bat ihren Sohn, er möge helfen.

Auf ihre Fürbitte verwandelte Jesus das Wasser in Wein.

An diesem Beispiel sehen wir, was das bedeutet: Maria ist unsere Fürsprecherin.

Sie schaut auf uns und sieht unsere Not. Sie wendet sich fürbittend an ihren Sohn, denn sie weiß: Er kann helfen. Jesus verschließt sich dem Bitten seiner Mutter nicht und hilft auch uns.

Alle spüren wir auf Schritt und Tritt unsere Unzulänglichkeiten und auch die Macht des Bösen.

So rufen wir zu ihr und bitten:

Zeige uns Jesus, der Mensch geworden ist, um uns aus der Not der Sünde zu befreien.

Zeige uns Jesus, der Mensch geworden ist, um uns den Weg

voranzugehen durch dieses Tal der Tränen zum Vater, wo er uns einen Platz bereitet.

3. Ausklang: GL 535 (Segne du Maria…) oder Ges.Grp.

Auf die Stimme des guten Hirten hören



Das ist der Kernsatz des Evangeliums am 4. Ostersonntag. Der gute Hirte ist Jesus. Das bekennt Petrus am Pfingsttag freimütig vor seinen Mitbürgern: „Gott hat ihn zum Herrn und Christus gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.“ (Apg. 2, 15) Und weiter begründet er diese seine Aussage in einem eigenen Brief: „Er hat unsere Sünden mit seinem eigenen Leib auf das Holz des Kreuzes getragen, damit wir tot sind für die Sünden und leben für die Gerechtigkeit. Durch seine Wunden seid ihr geheilt. Denn ihr hattet euch verirrt wie Schafe, jetzt aber habt ihr euch hingewandt zum Hirten und Hüter eurer Seelen.“ (1 Petr. 2, 24-25)
Ja, nicht nur aufgrund dieser Aussagen will ich Jesus folgen, ihn als Hirten annehmen, auf seine Stimme hören! Das will ich tun, wenn ich meinen Glauben ernst nehme. 
Wie stelle ich es aber an, auf die Stimme des guten Hirten zu hören?

Ich möchte Ihnen in diesem Sinn folgende Gedanken mitteilen, die ich in der Zeitschrift „Christ in der Gegenwart“ fand: 
„Bleibt bei euch!“, sage ich, wenn wir zu Beginn der Unterrichtsstunde einige Minuten lang meditieren. Manchmal grinsen die Schüler und fragen: „Wo sollen wir sonst sein?“ Meine knappe Antwort: „Ihr wisst schon, was ich meine.“ Der kleine Wortwechsel ist banal und lebensnah zugleich. Wie viele Stunden am Tag sind wir wirklich bei uns selbst? Wenn morgens der Tag mit Nachrichten und Interviews des „Deutschlandfunks“ beginnt, dann mag diese Zeit sinnvoll gefüllt sein. Aber es sind fremde Stimmen, die uns die Welt und ihre Sorgen nahezubringen suchen. Wir selbst kommen in den Berichten aus Köln, Kairo oder Kiew höchstens indirekt vor. Und so geht es den ganzen Tag weiter. Wie viele Stimmen hören wir in Schulen, Einkaufszentren, Büros? Wie viele in den Medien, die rund um die Uhr senden und meist nur einen Knopfdruck entfernt sind? Ihre Macher verstehen es meisterlich, unsere Aufmerksamkeit und Neugier zu fesseln; uns zu zerstreuen und im medialen Fluss festzuhalten. So bedarf es einer Menge Eigensinn und Disziplin, um tatsächlich die „eigene“ Stimme zu hören und ernst zu nehmen. Erkenne dich selbst! Diese sprichwörtliche Aufforderung im Tempel von Delphi ist bereits für das fünfte vorchristliche Jahrhundert belegt. Offenbar war die Expedition zum eigenen Ich noch nie selbstverständlich; etwas Mühseliges vielmehr, dem man sich bewusst zu stellen hatte. So viele Stimmen, die um uns herumschwirren, uns auffordern, verwirren, belustigen. Welche von ihnen ist „meine“, und welche – wie kühn der Gedanke! – ist die Stimme Gottes in mir? Dass die Schafe ihrem Hirten folgen, weil sie seine Stimme kennen, darauf weist Jesus in einer Bildrede des Johannes-Evangeliums hin (10,1–10). Eine reichlich idyllische Metapher für unsere verwickelte spätmoderne Existenz, könnten wir meinen. Und doch ist die Situation auf der grünen Weide nicht wesentlich anders als das Geschehen im Büro, auf dem Spielplatz und auf dem Bahnhof. Wir müssen nur lauschen lernen, die Stimmen zu unterscheiden wissen. Welche werden uns auf die fruchtbare Weide führen – und welche gehören „Fremden“, „Dieben“ und „Räubern“? Das ist eine große, nicht zuletzt spirituelle Herausforderung. Doch beglückend zugleich ist die Erfahrung, dass wir die Unterscheidung überall erfassen können. Unsere Weide ist das Leben.  Die überfüllte Pariser Metro sei ein „ausgezeichneter“ Ort zum Meditieren, sagte der Student Karol Wojtyła seinen verblüfften Begleitern. Freilich konnte sich der spätere Krakauer Studentenpfarrer, der Bischof wurde und sogar Papst, auch immer wieder „zurückfallen lassen“, wenn er mit Freunden unterwegs war. Dann wussten die Begleiter, dass ihr Seelsorger allein sein möchte, dass er im langen Gebet um eine gute Entscheidung ringt. Auch hier macht die Übung den Meister. Zeit und Ort sind nicht vorrangig. Sowohl die schillernden Eindrücke einer Metrofahrt als auch die konzentrierte Rückkehr zu sich selbst können uns auf Wesentliches aufmerksam machen; auf Fragen, die sich von der Zerstreuung des Alltags lösen und das Wunder, auch das Unheimliche, unseres Daseins bedenken. „Und der Herr war nicht im Sturm“, heißt es in einer der packendsten Stellen der hebräischen Bibel. Erst im „leisen Windhauch“ hörte der Prophet Elija die Stimme seines Gottes heraus (1 Sam 19,1–10). Dies nachzuvollziehen fällt nicht schwer. Zugleich inspiriert der Hinweis Wojtyłas, führt er uns doch auf die Wiesen unseres Alltags. Wer die Mitreisenden zu meditieren vermag, wer sich von der Geräuschkulisse nicht übermannen lässt, der wird in der scheinbar gesichtslosen „Menge“ Zeitgenossen erkennen, Brüder und Schwestern, von Sorgen geplagt, von Freuden erbaut. Gibt es etwas Würdigeres? Bleiben wir also bei uns, erkennen wir die Stimme des Guten. Mit Elija und Jesus „in der Wüste“ – oder aber im Klassenzimmer, in der Arztpraxis, in der U-Bahn. Verführer und Räuber gibt es genug. Soll aber die Stimme des guten Hirten nicht untergehen, ist genaues Lauschen inmitten des wahren Lebens gefragt.“ (Aus CIG Ausgabe 18/2020).


Der grundsätzlichste Akt meines Glaubens an Christus ist und wird das Gebet bleiben, das persönliche Gebet zu Ihm. Nehmen wir uns Zeit dafür, Ihm, dem guten Hirten zu lauschen!  



Ihr Pfr. Anghel

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Guter Hirte ? - von Rudolf Salzeder



Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 10,1-10)


In jener Zeit sprach Jesus:
Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.
Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.
Ihm öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus.
Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme.
Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen.
Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.
Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen.
Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.
Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.
Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.




 

Die Türe, die sich öffnet

Liebe Mitchristen,


Eine Schafherde, die hinter ihrem Hirten herzieht,  ist heutzutage eher eine relativ seltene, fast exotische Erscheinung, das Bild einer eher fremden Welt für uns. Außerdem: Wer möchte schon Schaf in der Herde sein? Das klingt nach gedankenlos hinterher trotten, nicht wissen, wohin es geht, versorgt aber entmündigt sein, Verzicht auf eigenes Denken, auf eigene Entscheidungen, auf Freiheit und Selbständigkeit.

Dieser Negativeindruck ändert sich allerdings rasch, wenn man auf das heutige Evangelium genauer hinhört.
Da ist die Rede von der Tür und von der Stimme.
Zunächst stellt sich die Frage: Wie kann sich Jesus als die „Tür“ bezeichnen?
Gehen wir einmal vom Gegenteil aus: Wie schlimm ist es, wenn die Türe zugefallen ist, wenn man nur noch verschlossene Gesichter sieht, am Arbeitsplatz, in einer Gemeinschaft, sogar in der eigenen Familie. Die Gefühle sind eingefroren, als ob Eiszeit wäre. Es herrscht eine bedrückende Stimmung, in der kein Zugang zum anderen möglich ist und kein Gespräch aufkommt. Es sind die Herzen, die verschlossen sind.
Anders ist es, wenn sich die Herzen öffnen. Da redet man gerne miteinander, da kann man von sich erzählen, da fließen Gefühle. Es tut allen gut, noch mehr: wir tun einander gut, ohne uns anzustrengen. Es braucht eine entsprechende Atmosphäre, die wir nicht auf Kommando herstellen können.
Darum geht es Jesus. In seiner Nähe können Menschen aufatmen entsprechend seinem Wort: „Kommt alle zu mir, die ihr unter Lasten stöhnt, ich will auch ausruhen lassen“ (Mt 11, 28). Die Kraft seiner Ausstrahlung verändert das Klima unter denen, die ihm begegnen. Sie fühlen sich in seiner Nähe angenommen, bejaht und beschützt und können sich einander öffnen. Es geht irgendwie von selbst.
Wenn man aufatmen kann, dann ist der Druck weg, die Angst, die Kälte und die Gleichgültigkeit. Sobald Menschen Interesse, Zuwendung, Gewissheit und Wärme erfahren, fühlen sie sich frei und nicht mehr bedroht und können ihr Eigenes einbringen.
Das Anliegen Jesu ist nicht, die Menschen einer strengen Disziplin zu unterwerfen, zum Gleichschritt in der Herde, sondern die Türen der Herzen für Gott und für einander zu öffnen und dies mit der Kraft seiner Persönlichkeit, seiner Güte und Weite.

Hierher gehört auch das Bild von der Stimme des Hirten. An der Stimme erkennen die Schafe ihren Herrn. Eine Stimme am Telefon kann uns schon sagen, wer es ist, der /die da mit uns spricht, je nachdem die Stimme fremd oder vertraut klingt, ob Angst oder Freude mitschwingt. Die Stimme ist immer ein Signal, ob sich Nähe auftut oder ob man in Distanz bleibt. In der Stimme ist der ganze Mensch, Leib und Seele, sein Denken und sein Gefühl enthalten. Die Stimme ist etwas vom Allerpersönlichsten.

Wer in der Gemeinschaft Jesu nur mitläuft, weil sie einen versorgt, wird von dem, das Jesus schenken will, sehr wenig erfahren, zumindest nicht das Leben in seiner Dichte, Tiefe und Schönheit. 
Mit den Dieben und Räubern, vor denen Jesus warnt, könnten jene gemeint sein, denen das Glück des einzelnen gleichgültig ist. Der Hirte einer Gemeinde kann leicht der Versuchung erliegen, alles nur darauf anzulegen, möglichst viele in die Herde zu holen, ohne zu verstehen, was das einzelne Mitglied wirklich bewegt. Im guten Glauben und im Gutmeinen kann man auch Ängste erzeugen und Feindbilder aufbauen, die Schafe immerfort antreiben, sie nicht zur Ruhe kommen lassen und sie einem scheinbar edlen Ziel opfern. Jeder, der Verantwortung für andere übernimmt, sollte sich kritisch fragen, ob es ihm darum geht, was für den andern gut ist oder um eigene Macht und Einfluss. Der entscheidende Punkt ist, ob der Respekt vor dem einzelnen gewahrt wird.
Jesus stellt sich als der gute Hirte vor, der die Angst nimmt und dem man sich anvertrauen kann. Er übergeht die Welt des einzelnen nicht, sondern bringt sie zur Entfaltung und zum Aufblühen. Er spricht die Menschen im allerpersönlichsten Bereich an, weil dort der Schlüssel für das Schicksal eines jeden und der Gemeinschaft liegt.                

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Resignation

Evangelium nach Johannes (21,4ff)

In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tibérias, und er offenbarte sich in folgender Weise.

Simon Petrus, Thomas, genannt Dídymus, Natánaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.

Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es.

Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See.

Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.

Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot liegen. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt! Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht.

Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch.

Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

 

Liebe Mitchristen,

„Ich gehe fischen“, sagt Petrus. Die anderen: „Wir kommen mit.“

Die Elf haben wohl endgültig alle Hoffnung aufgegeben. Die Sache mit Jesus war gescheitert. Die Katastrophe des Karfreitags liegt hinter ihnen. Sie sind nach Hause, ins abgelegene Galiläa, an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt und gehen wieder ihrem früheren Beruf nach. Von irgendetwas muss man ja leben.

Jesus, ihr Leben mit ihm, ihre Freundschaft mit ihm scheint passe zu sein. Das war’s dann. Der Alltag hat sie wieder.

Geht es uns nicht ähnlich? Wenden wir uns nicht ebenso intensiv dem Alltäglichen zu? Übersehen und vergessen wir bei aller Arbeit und bei allem Tun, bei allem in Beschlag-genommen-Sein von Aufgaben und Pflichten nicht den, der uns gerufen hat, dessen Namen wir als Christen tragen?

Kann nicht selbst Arbeit in der Kirche in leeren Aktionismus, in ruhelose Betriebsamkeit ausarten und zur Routine werden? Wie schnell vergessen wir, worum es eigentlich geht? Es läuft ja ganz gut. Alles ist so schön eingespielt?

Liebe Schwestern und Brüder!

Was uns heute fehlt, das ist kein Mehr an Organisation. Das sind nicht noch mehr Veranstaltungen oder zusätzliche Termine, kein schnelleres Laufen, noch mehr Betrieb. – Wir müssen uns vielmehr auf die Mitte besinnen, die der Herr ist, sich seiner Gegenwart bewusst sein. Es gilt immer wieder die Verbindung zu ihm zu suchen. Sonst mühen wir uns umsonst. Sonst bauen wir an hohlen Fassaden. ER, nicht unser Tun und Planen und Schaffen und Machen ist die Lebenskraft der Kirche. ER ist ihre Mitte und ihr Herz.

„Aber in dieser Nacht fingen sie nichts“, heißt es im Evangelium. Auch das Altvertraute funktioniert nicht mehr.

Ohne Jesus blieben die Netze leer. Null Erfolg. Alles vergeblich.

Doch Jesus steht am Ufer und wartet. Er ist mit den Seinen. Er ist mit seiner Kirche. Er sorgt sich um sie.

„Meine Kinder“, so spricht er die Jünger an. Keine Vorwürfe! Keine Vorhaltungen! Liebevoll wendet er sich ihnen zu.

Seine Frage, ob sie etwas zu essen haben, können sie nur verneinen. Sie haben nichts. Nicht einen einzigen Fisch. Leere Hände. Die Enttäuschung ist ihnen ins Gesicht geschrieben, die Trauer an den Augen abzulesen.

Da hat – zwischen Nacht und Tag – die Gestalt am Ufer ein Wort für sie: „Werft die Netze auf der rechten Seite des Bootes aus!“

Kein Fischer wird ernsthaft glauben, dass der Fang auf der einen Seite des Bootes erfolgreicher ist als auf der anderen. Und doch hören sie auf sein Wort. Sie tun, was er sagt, entgegen aller eigenen Erfahrung. Sie wagen das Ungewöhnliche, das an und für sich Widersinnige. Und sie haben Erfolg. 153 Fische. Was für ein Fang! Das pralle Leben. Die Fülle des Lebens wird den Jüngern da plötzlich in die Hände gelegt.

Auch für uns gilt und ist entscheidend:

Das Wort des Herrn hören und danach handeln. Seinen Willen tun. Seinen Eingebungen folgen. Und ganz auf die Macht des Herrn vertrauen. Nicht die Segel streichen! Nicht den Kopf hängen lassen! Auf sein Wort hin noch einmal hinausfahren, die Netze wieder auswerfen.

„Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es.“

Der Jünger, den Jesus liebte, erfasst als erster, was hier vor sich geht. Es wird ihm klar: „Es ist der Herr!“ Er ist da. Er ist bei ihnen.

Liebe Mitchristen!

Seit Ostern wissen wir, dass auch in unserer Nacht des Umsonst, der Vergeblichkeit, dass in den Tagen der leeren Hände und Herzen, dass an den Tiefpunkten unseres Dasein einer am Ufer steht und auf uns wartet.

Seit Ostern wissen wir, dass es einen gibt, der uns nicht im Stich lässt, der bei uns ist, mit uns geht, uns versteht, uns den Weg weist und uns Mut macht zum Leben.

Im Brot, im Mahl, schenkt er uns seine Gegenwart, sich selbst.

Mit dem Jünger, den Jesus liebte, wollen auch wir bekennen:

„Es ist der Herr!“

Er nährt uns. Er stärkt uns. Er ruft uns ihm zu folgen. Er ist der Beistand, der uns nicht verlässt.

Amen!

 

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Ostern 2020 im Pfarrverband

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Bilder: Pfarrer Anghel, Anni Utz, Martina Jakob, Bernadette Lexhaller, Norbert Titze, Brigitte Amberg, Gitti Walter, Judith und Christian Stöberl

2. Ostersonntag („Der ungläubige Thomas“) - von Rudolf Salzeder durch klicken auf den Titel erhaltne Sie ein druckbares pdf

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 20,19-31)

Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!

Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen.

Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

Thomas, genannt Didymus  - Zwilling - , einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.

Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.

Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch!

Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!

Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott!

Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.

Homilie

Liebe Mitchristen,

ich wage die Behauptung: Thomas der Zweifler hat dem Glauben und allen, die damit Schwierigkeiten haben, einen großen Dienst erwiesen, indem er seine skeptischen Fragen gestellt hat. Jesus hat diese Fragen ernst genommen, sich ihnen gestellt und damit allen Zweiflern gezeigt, dass er sie ernst nimmt und ihnen zu persönlichen, existentiellen Antworten verhelfen will, wenn sie es wirklich ernst meinen.

Suchende, Fragende und Zweifelnde haben ein Recht darauf, ernst genommen zu werden.

Wenn Jesus die skeptischen Fragen des Thomas ernst nimmt, sollten wir das auch mit denen unserer Zeitgenossen tun!

Ich unterhalte mich lieber mit kritischen Menschen, Zweiflern und Atheisten über Gott und den Glauben als mit solchen Christen, die gar keine Fragen mehr haben, weil für sie scheinbar alles klar ist oder nicht hinterfragt werden darf. Kritische Fragen, eine gehörige Portion Skepsis und die ständige ehrliche Auseinandersetzung mit Zweifeln und Zweiflern sind quasi das Salz in der Suppe des Glaubens, damit dieser kein Einheitsbrei wird, der fade schmeckt und zu nichts mehr motiviert, auch nicht zum Widerspruch!

Glaube und Unglaube gehören zusammen wie zwei Seiten einer Medaille, mal ist die eine Seite sichtbar, mal die andere.

Zu Jesus sagte ein Vater, als er ihn um Heilung seines kranken Sohnes anflehte: "Ich glaube; hilf meinem Unglauben!" (Mk 9, 24)

Es gibt Anfänger im Zweifeln, die nur einiges in Frage stellen. Es gibt Fortgeschrittene, die fast an allem zweifeln, aber letztlich doch am Glauben festhalten oder davon nicht loskommen.

Und es gibt reife Zweifler, die wenig glauben. Aber dieses Wenige gibt ihnen Halt genug, die vielen offenen Fragen auszuhalten, mit ihnen gleichsam zu leben ohne zu verzweifeln.

Zu diesen offenen Fragen gehört für viele auch die Osterbotschaft von der Auferstehung, für andere eher die Frage nach dem Warum, dem Sinn des Leidens und Sterbens, der Kriege und vielen ungelösten Problemen in unserer Welt.

Wer glaubt, hört nicht auf zu fragen und zu suchen, ringt wie jeder andere sein Leben lang um Antworten. Wer glauben will, braucht seinen Denkapparat nicht abzuschalten, braucht nicht Angst vor dem Hinterfragen haben. „Des darf ma ned amoi denka“ höre ich meine Großmutter heute noch manchmal mit zitternder Stimme sagen. Das stimmt so nicht. Man kann seine Zweifel offen aussprechen.

Wenn wir ganz ehrlich zu uns selber sind, müssen wir uns schon manchmal eingestehen, dass Thomas der Zweifler in uns oft lebendiger ist als Jesus der Auferstandene. Doch ich betone noch einmal: Zweifler sind alle auch Glaubende!

Thomas will sehen, fühlen, betasten, also Gewissheit darüber, was aus den Wundmalen Jesu geworden ist, wenn er wirklich auferstanden ist. Er will wissen, was bei der Auferstehung aus dem Leid, aus den Wunden, die das Leben geschlagen hat, wird. Damit geht er weit über das hinaus, was die anderen Jünger bewegt. Diese Deutung zeigt, dass Thomas eine Vertiefung des Glaubens sucht. Für ihn gilt: Wer glauben will, will auch etwas wahrnehmen. Deshalb sucht er mit beiden Händen die Berührung.

Zu Thomas sagt Jesus am Schluss unseres Evangeliums: "Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!" Der wirkliche Glaube braucht keine Beweise, er kann zum inneren Frieden kommen ohne letzte Sicherheit. Jesus wünscht uns inneren Frieden und Heil mitten in allem Zweifel und Unheil dieser oft so friedlosen Welt. (Amen!)

Wortgottesfeier zum Ostermontag – Ist jetzt alles gut? - durch klicken auf den Titel kann ein druckbares pdf runtergeladen werden

Lied – Das ist der Tag, den Gott gemacht (GL 329)

Das ist der Tag, den Gott gemacht,

der Freud in alle Welt gebracht.

Es freu sich, was sich freuen kann,

denn Wunder hat der Herr getan.

(Gotteslobvideo-Link: https://www.youtube.com/watch?v=ZsD-GSfBszU)

Kreuzzeichen

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Kyrierufe

Jesus, du auferstandener Sohn Gottes – Herr, erbarme dich.

Du Licht, das die Dunkelheit des Todes überstrahlt – Christus, erbarme dich.

Du Leben und Heil der Welt – Herr, erbarme dich.

Gebet

Allmächtiger Gott, durch die Auferstehung deines Sohnes hast du den Menschen das ewige Leben in Aussicht gestellt. Wir bitten dich, sieh mit Barmherzigkeit und Erbarmen auf uns, damit wir in den Nöten der Welt nicht untergehen und schenke uns Hoffnung und Zuversicht. Darum bitten wir durch Jesus Christus, der vom Tod in das neue Leben auferstanden ist. Amen.

Evangelium - Lk 24,13-35

Am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen. Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, so dass sie ihn nicht erkannten.
Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet?

Da blieben sie traurig stehen, und der eine von ihnen - er hieß Kleopas - antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist?
Er fragte sie: Was denn?

Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk. Doch unsere Hohenpriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist. Aber nicht nur das: Auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe. Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht.
Da sagte er zu ihnen: Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen?
Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht. So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie drängten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr.
Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss? Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück, und sie fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

Gedanken zum Evangelium

„Ist jetzt alles gut?“ Diese Frage stellt sich uns gerade in der momentanen Situation besonders. Normalerweise kennen wir es ja ungefähr so: 40 Tage Fastenzeit, die wir mehr oder weniger gut mit unseren Vorsätzen durchgehalten haben. Dann eine Kirche voller Kinder mit bunten Palmbesen am Palmsonntag, eine Zeit der Trauer vom Abend des Gründonnerstags über den Karfreitag, bis die feierliche Osternacht mit ihrem Halleluja und dem Osterfeuer verkündet: „Freut euch, der Herr ist auferstanden.“ Wäre es ein Film oder Roman, hieße es: spannender Höhepunkt – gutes Ende.

Aber heuer war alles anders: keine gemeinsamen Gottesdienste und keine Besuche bei Freunden und Verwandten. Nach der langen Zeit, in der man mit Ausgangssperre und Quarantäne zuhause fast „aufeinander“ gesessen ist und in der womöglich manchmal die Nerven blank lagen, kommt diese Dramaturgie der Karwoche und der Heiligen Tage nicht richtig rüber.

Schauen wir ein wenig auf die Geschichte der Jünger von Emmaus: Sie waren auch gefangen, allerdings nicht wörtlich, sondern gefangen in ihren Gedanken und ihrer Trauer. So tief sitzt der Schock über Jesu Tod, dass sie ihn nicht einmal erkennen, als er mit ihnen spricht. Vielleicht ist es uns in den letzten Wochen auch so gegangen, dass wir vor lauter „Gefangenschaft“ das Auge und das Ohr für die netten Menschen um uns herum nicht mehr hatten.

Erst beim Brechen des Brotes verstanden sie schließlich, wer vor ihnen stand. Eine altbekannte Geste ließ sie Jesus erkennen. Wir sehnen uns und brauchen wohl ebenso wieder die Normalität des Alltags und die bekannten Riten, damit wir uns „normalisieren“ können. Und das ist gut so, denn feste Abläufe und bekannte Handlungen geben Stabilität und Sicherheit.

Die Jünger haben durch ihr Erlebnis für sich die Erkenntnis gewonnen: Jesus ist wirklich auferstanden. Er lebt. Jetzt muss sich was ändern.

Nochmal die Frage: Ist jetzt alles gut? Die Antwort heißt für mich: Ja und Nein.

Ja, könnte man sagen, denn Jesus hat den Tod besiegt. Er hat das menschliche Leiden durchgestanden wie Millionen von Menschen früher litten und heute immer noch leiden müssen. Aber es ist nicht dabei geblieben. Er ist nicht mehr tot – er lebt. Und so schreibt Paulus: mit ihm leben auch wir. Mit ihm dürfen wir zuversichtlich sein, dass es besser wird und dass Gott Großes mit uns vorhat.

Aber man muss eine Einschränkung machen: Die Auferstehung Jesu und unser Glaube sind nur der erste Schritt. So wie die Jünger aus Emmaus begeistert losgelaufen sind, um es den anderen zu erzählen, so müssen auch wir immer wieder neu loslaufen. Der Streit, die Krankheiten, Unfälle, Anfeindungen und letztlich auch das Sterben werden uns weiter verfolgen. Doch jetzt wäre der richtige Zeitpunkt sich darüber Gedanken zu machen, was danach kommt und was wir tun können, um das Reich Gottes schon hier und jetzt Wirklichkeit werden zu lassen: Versöhnung, Heilung, Frieden und ewiges Leben. Das ist unsere Hoffnung, machen wir uns auf den Weg!

„Hoffnung ist eben nicht Optimismus, ist nicht Überzeugung, dass etwas gut

ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat – ohne Rücksicht

darauf, wie es ausgeht.“ (Vaclav Havel)

Wer mag, kann hier das Glaubensbekenntnis sprechen: Ich glaube an Gott, ...

Fürbitten

In Stille kann jeder für die Menschen beten, die ihm besonders am Herzen liegen.

Vater unser

Vater unser im Himmel …

Segen

Gütiger Gott,
gestärkt durch das Wunder deiner Liebe,
der Begegnung mit unserem auferstandenen Herrn in seinem Wort,
bitten wir nun um Deinen Schutz und deinen Segen.
Lass uns begreifen,
dass das österliche Geschenk allen Menschen gilt
und allen Hoffnung bringen soll.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Ostermontag für Familien - durch klicken auf den Titel erhalten sie ein druckbares pdf

Kreuzzeichen

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Kyrierufe

Jesus, du hast uns gezeigt, dass wir die Hoffnung nicht verlieren sollen. Herr, erbarme dich.

Du hast die Jünger begleitet und willst auch uns immer begleiten. Christus, erbarme dich.

Du hast dich der Welt gezeigt, nachdem du auferstanden bist. Herr, erbarme dich.

Gebet

Guter Gott,

du hast deinen Sohn nicht im Tod gelassen, sondern auferweckt.

Du willst, dass auch wir alle glücklich auf dieser Erde leben.

Öffne unsere Augen für die schöne Natur und für unsere Mitmenschen,

damit wir das Leben beschützen und anderen helfen.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn und Gott. Amen.

Evangelium - Jesus erscheint seinen Jüngern

Es war Abend. Zwei Männer wanderten von Jerusalem zu dem kleinen Dorf Emmaus. Sie waren Freunde Jesu. Traurig gingen sie nebeneinander her und unterhielten sich. Sie sprachen darüber, wie traurig und enttäuscht sie sind, dass Jesus tot ist und wie unbegreiflich, dass er sterben musste.

Als sie so redeten, holte ein Fremder sie ein und fragte sie: „Vom wem redet ihr und warum seid ihr so traurig?“ Sie waren sehr erstaunt und sagten: „Weißt du denn nicht, was geschehen ist mit Jesus von Nazareth - er wurde getötet und gekreuzigt und heute ist schon der dritte Tag seit seinem Tod!“ und sie erzählten weiter: „Frauen kamen vom Grab Jesu und sagten, dass das Grab leer sei und Jesus lebt. Aber wir wissen nicht was wir davon halten sollen.“

Und der Fremde erklärte ihnen die Heiligen Schriften, in denen stand, dass der Retter leiden, sterben und auferstehen muss und fragte sie, warum sie das nicht glauben konnten. Die beiden hörten aufmerksam zu. Inzwischen waren sie in Emmaus angekommen. Sie luden den Fremden ein, bei ihnen Abend zu essen.

Und er nahm das Brot,

dankte Gott,

brach es

und gab es den beiden.

Die aber starrten ihn an,

auf einmal begriffen sie, wer da bei ihnen saß:

Jesus war es selbst.

Leibhaftig saß er vor ihnen.

Er lebte!

Als sie das erkannt hatten,

war Jesus plötzlich nicht mehr zu sehen.

Sie fragten sich: „Warum haben wir ihn nicht erkannt, wo er doch den ganzen Weg mit uns gegangen ist?“Und sie stellten fest: „Ging uns nicht das Herz auf, als er mit uns sprach und uns die heilige Schrift erklärte!?“ Schnell liefen sie nach Jerusalem zurück zu den anderen Jüngern und erzählten ihnen voller Freude, was sie erlebt hatten.

(Lk 24, 1-35; Neukirchner Kinderbibel, gekürzt)

 

Bild zum Evangelium

Bild: Günther Jakobs, Erstkommunion-Aktion 2013, www.bonifatiuswerk.de. In: Pfarrbriefservice.de

Überlegt gemeinsam:

- Warum waren die Jünger am Anfang so traurig?

- Wer begegnete den Jüngern unterwegs?

- Woran erkannten die Jünger, wer der Fremde war?

- Wie ging es den Jüngern, als sie wussten, dass Jesus lebt?

Fürbitten

Jesus möchte, dass wir alle gut leben. Leider geht es aber nicht allen gut. Wir bitten heute besonders:

- für die Kranken und Hungrigen auf der ganzen Welt, die nicht genug zum Leben haben.

Christus, höre uns.

- für die Ärzte und Pflegerinnen in Krankenhäusern und Altenheimen, die sich um sie kümmern.

Christus, höre uns.

- für die Opfer von Gewalt und Naturkatastrophen um eine helfende und heilende Hand.

Christus, höre uns.

- für unsere Familien und unser Dorf, um ein gutes und friedliches Zusammenleben.

Christus, höre uns.

- für alle, die schon gestorben sind, um das ewige Leben bei Gott.

Christus höre uns.

- für … (eigene Gedanken)

Christus höre uns.

Vaterunser

Wir beten gemeinsam zu Gott, unserem barmherzigen Vater:

Vater unser im Himmel …

Segen

Der Gott des Lebens und der Liebe begleite uns und alle Menschen, die uns besonders am Herzen liegen, durch diese Osterzeit

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Ostern hat einen echten Namen: Jesus Christus - durch klick auf den Titel erhalten Sie ein druckbares pdf

Es ist Ostern! Das Leben hat über den Tod gesiegt und das Licht hat die Dunkelheit erhellt! Unser Herr Jesus Christus schenkt uns die Hoffnung aller Hoffnungen!

Auch wenn wir in diesem Jahr Ostern nicht wie gewohnt feiern können, ist im Laufe dieses Jahres trotzdem Ostern geworden. Ostern - die Auferstehung des Herrn - ein Ereignis, das schon damals nichts stoppen konnte: Nicht der vor dem Grab gerollte Stein, auch die vor das Grab gestellten Wachen konnten die Auferstehung des Herrn nicht verhindern; und eben auch der größte Verhinderer, der Tod, kann das Leben nicht stoppen, vielmehr wird er bezwungen, überwältigt, ja erfüllt mit Leben, denn er hatte das LEBEN an sich geschluckt und hat sich nun verschluckt und muss alle frei geben, die er in seinem Schattenreich hielt.

Vieles ist durch den Coronavirus gestoppt worden, was wir sonst in den vergangenen Jahren an Ostern gemacht haben: Treffen mit den Familienangehörigen beim Osterfrühstück oder sonst, das gemeinsame Feiern der Osternacht in der Kirche. Diese Unternehmungen gehen uns ab. Die Natur draußen kann dennoch ungestört, vielleicht viel ungestörter als in den letzten Jahren ihrem Lauf folgen: die Vögel bauen Nester, die Blumen im Garten gehen auf und die Bäume lassen ihre Knospen hervorkommen ungeachtet der Gefahr, die von einem Virus ausgeht, der sie aber nicht angeht. Es waren andere Gefahren da, die vom Verhalten des Menschen ausgingen und sie bedrohten … Wenn Ostern mit neuem Leben, mit Lebenskraft zu tun hat, dann genießt die Schöpfung das Ostern in diesem Jahr in vollen Zügen. Es scheint, dass Ostern dieses Jahr der Natur etwas gebracht hat: Erholung - durch das Verzichten der Menschen auf Konsum, Reduzierung der Abgase und und ...

Und wir Menschen, bleiben wir an diesem Ostern auf der Strecke? Kein Emmausgang, kein Ostereiersuche, kein Osterritt mehr. Kein Rennen und Fliegen mehr auf und um den Erdball. Es kommt darauf an, was Ostern für uns bedeutet? Das daheim bleiben, die Einschränkungen sind vielleicht eine Chance zur Besinnung ... Auch für uns Gläubige über die Frage, ja was feiern wir an Ostern? Was ist der Grund unserer Ostereiersuche, unseres Osterritts, unseres Emmausganges? Was ist der Grund all dieser sonst schönen Bräuche, Aktionen? Waren sie ausgerichtet auf den Inhalt dessen, was wir eigentlich feiern und gedenken? Haben wir uns dadurch mit dem großen Geheimnis unseres Glaubens auseinandergesetzt: die Auferstehung des Herrn? Oder haben wir mit ein bisschen Folklore, mit ein bisschen Spaß annähernd versucht, schöne Ostern zu feiern … Ich bitte, mich nicht falsch zu verstehen: Die Notwendigkeit des niederschwelligen Angebots in der Glaubenspraxis möchte ich nicht absprechen und auch die Abholung eines jeden von uns nicht, von dort, wo er im Glauben steht. Aber ich denke mir, ja wo ist der Raum, der Ort, in unserer Kirche, wo man dieses Geheimnis für sich vertieft?

Diese Vertiefung kann dort beginnen, wo ich Ostern personifiziere, ihm seinen Namen geben: Jesus Christus, der Auferstandene. Um ihn geht es an Ostern, um seine Auferstehung und um das, was mir Er, seine Auferstehung bringen will. Seine Auferstehung hätte der Herr sonst nicht „veranstalten brauchen“, wenn diese mich nicht mitnimmt, mein Leben prägt, aufrüttelt, herausfordert, ermutigt und mit der Hoffnung erfüllt, Hoffnung, die aus seinem Ruf auch zu mir ergeht: Fürchte dich nicht! Warum weinst du? Wen suchst du? So der Ruf in den Evangelien an Ostern.

Das Evangelium vom Ostersonntag (Johannes 20, 1-18) gibt uns am Beispiel Maria Magdalenas vor, wie mit der Botschaft von Ostern umzugehen ist: Ihn, den Herrn suchen. Ihn aus einer erfahrenen Beziehung, aus einer innigen Liebe suchen. Maria erfährt, dass Jesus auferstanden ist, weil sie Ihn sucht. Ihr geht es um Ihn, um Jesus! Maria verweilt am leeren Grab, nachdem die Jünger sahen, dass die Leinenbinden da liegen und der Herr nicht mehr im Grab liegt. Die Jünger gingen wieder nach Hause zurück. Maria blieb am Grab und sie weint. Sie ist mitgenommen, von dem was geschehen ist. Sie weint vor Freude, oder noch vor Trauer, wir wissen es nicht, aber sie ist noch voll konzentriert auf den Herrn: Wie mag es ihm gehen, wo ist er denn, was ist mit ihm geschehen? Sie erschrickt nicht einmal, als die zwei Engel in weißen Gewänder sie fragen: Warum sie denn weint, so tief ausgerichtet ist sie auf Jesus und antwortet ihnen aus ihrem Herzen: Sie haben meinen Herrn weggenommen. Es scheint, dass sie bei diesem ihrem Herzensbekennen „meinen Herrn“ dann den Herrn auch sehen kann, der dastand, vielleicht auch die ganze Zeit.

Seinen Jüngern, die heim gegangen waren, die später zu ihrer alten Beschäftigung gingen - Fischen - oder gar an seiner Auferstehung zweifelten, wie Thomas, erscheint der auferstandene Herr extra. Manchen stürzt er sogar vom Pferd und lässt ihn erfahren, dass er der Herr ist.

Es mag sein, dass ich jeweils einen unterschiedlichen Umgang mit Ostern habe, eins muss aber dabei sein, um Ostern in seiner Tiefe zu erfahren: offen bleiben für Ihn, für Gott. Er lebt, er wirkt, er liebt. Und in dem ich Ihn erfahre, lebe, wirke und liebe auch ich, neu, erfüllt, mit Freude trotz und in allen Ängsten und Krisen! In diesem Sinn wünsche ich allen die Freude und den Frieden unseres Auferstandenen Herrn Jesus Christus!

Pfr. Ionel Anghel

Ostern, 11.04.20 - beim klick auf den Titel öffnet sich ein druckbares pdf

20.00 Uhr Segnung des Osterfeuers später gefolgt vom Glockengeläut in unseren Pfarrkirchen als Zeichen der Auferstehung unseres Herrn; Auferstehungsfeier in Aufham – Seelsorgeteam

Vorbereitung daheim: Kerze; (Bibel); Speisekorb

Ostern bedeutet Feier des Lebens und Neubeginn! Momentan können wir nicht von der Feier des Lebens, vom Neubeginn in unserm Alltag reden. Für viele ist vermutlich Karfreitag oder Karsamstag, an dem immer mehr im öffentlichen Leben im wahrsten Sinn des Wortes abgestorben ist, ruht und still steht. Jedoch, als Zeichen dafür, dass Jesus auch uns in seiner Auferstehung Licht des ewigen Lebens schenkt, entzünden wir unsere Osterkerze. Im Namen des Vaters...

Gebet

Ewiger Gott, du hast die Nacht hell gemacht durch den Glanz der Auferstehung unseres Herrn. Schaff uns neu durch Deinen Geist, damit wir dort Licht und Hoffnung bringen, wo Leid, Angst, Sorge und Tod das Leben zu ersticken droht. Darum bitten wir durch Jesus Christus, Deinen auferstandenen Sohn. Amen!

Bibeltext: Evangelium Matthäus 28,1-10

Nach dem Sabbat, beim Anbruch des ersten Tages der Woche, kamen Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Und siehe da, es geschah ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Aussehen war wie ein Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee. Aus Furcht vor ihm erbebten die Wächter und waren wie tot. Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch den Ort an, wo er lag! Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden und siehe, er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. Sogleich verließen sie das Grab voll Furcht und großer Freude und sie eilten zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden.

evtl. Lied GL 336 (Jesus lebt, mit ihm auch ich! ...)

Anregung für das Gespräch in der Familie:

Wo erlebe ich in diesen Tagen „Auferstehung“ – Hoffnung? - Wo wünsche ich mir „Auferstehung“ – neues Leben? - Heute denke ich ganz besonders an ... und bete für ...

Gebet: Vater unser ... Gegrüßet seist Du Maria ... Ehre sei dem Vater ...

Wünsche

Ostern sagt uns: das Leben geht weiter – wenn auch anders. Ich wünsch dir diese Erfahrung in den kleinen Dingen des Alltags, die bisher vielleicht als völlig selbstverständlich gesehen worden sind. Ich wünsch dir das Vertrauen in Jesus Christus, der mit dir im Herzen als Zeichen der Hoffnung aufersteht.

Segensgebet für die Speisen am Ostersonntag

Herr, du bist nach deiner Auferstehung deinen Jüngern erschienen und hast mit ihnen gegessen. Du hast uns zu deinem Tisch geladen und das Ostermahl mit uns gefeiert. Segne + dieses Brot, das Salz, die Eier und das Fleisch und sei auch beim österlichen Mahl in unseren Häusern unter uns gegenwärtig. Lass uns wachsen in der geschwisterlichen Liebe und in der österlichen Freude. Versammle uns alle zu deinem ewigen Ostermahl, der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. Amen.

Handlung: Gemeinsam in der Familie essen und trinken oder etwas davon teilen.

Auferstehungsfeier 2020 in Aufham - durch klicken auf den Titel erhalten Sie ein druckbares pdf

Einstimmung am Osterfeuer

Pfr. Anghel, Diakon Peter Walter, Gemeindereferentin Marianne Aicher

Pfarrer: Wir sind zu später Stunde zum Beginn dieser Nacht beisammen, im kleinen Kreis, um die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus zu feiern. Anders als sonst. Und doch wird das Dunkel, das uns zu dieser Stunde umgibt und sich verbreitet, erhellt vom Licht der Auferstehung Jesu.

In das Dunkel des Todes, in die seelischen und wirtschaftlichen Notlagen der Menschen, in die Ungewissheit fällt Licht. Wir dürfen hoffen. Das besagt uns diese alljährliche Auferstehungsfeier mit ihren reichen Symbolen, die vom geheimnisvollen Sieg des Lebens über den Tod, Unsicherheit und Hoffnungslosigkeit erzählen. All unsere Pfarrangehörige und besonders alle die krank und alleine sind, nehmen wir ins Gebet dieser Feier!

Bitten wir Gott zum Beginn der Auferstehungsfeier, dass er dieses Feuer segnet, an dem wir die Osterkerzen unserer Pfarr- und Filialkirchen anzünden werden.

Segnung des Feuers

Entzünden der Osterkerzen am Osterfeuer

Einzug in die Kirche

Inzens der Osterkerzen

Wir singen gemeinsam: O Licht der wunderbaren Nacht GL 334

Wir hören 3 Lesungen

Gloria – Geläut der Kirchenglocken

Tagesgebet

Lesung

Halleluja

Evangelium

Predigt

Hoffnung, Aussicht, Übersicht und Hilfestellung braucht der Mensch. Jeder! Das zeigt sich besonders in diesen Tagen: Wann werden die Ausgangsbeschränkungen aufgehoben, damit wir uns wieder in aller Freiheit bewegen können? Die Zahl der Infektionen nimmt langsam ab, hören wir. Es ist jedoch verfrüht, über eine Lockerung der Maßnahmen zu sprechen, hören wir auch. Wie wird es mit der Wirtschaft gehen? Finanzielle Rettungsschirme werden aufgespannt. Dabei entstehen auch manch andere Spannungen in der Union. Große Konzerne wollen genauso wie kleine, tatsächlich hilfsbedürftige Betriebe aus dem großen Topf schöpfen. Ist das gerecht? Nach Ostern gibt die Regierung eine Stellungnahme darüber ab, wie es weiter gehen wird. Vorsichtsmaßnahmen werden jedoch weiterhin wichtig bleiben: Abstand wahren, vielleicht obligatorisch Mundschutz tragen, Hände häufig waschen. Die steigenden Temperaturen werden uns wesentlich im Kampf gegen den Coronavirus helfen, denn er kann bei schlechter überleben.

Hoffnung, Aussicht, Übersicht und … Wärme braucht der Mensch zu jeder Zeit, nicht nur in den Zeiten der Coronakrise.

Was schenkt uns Ostern in diesem Sinn? Was schenkt uns die Auferstehungsfeier unseres Herrn? Fürs Erste ein Licht. Es ist ein kleines Licht, angezündet an einer Kerze, dessen Flamme vielleicht im Wind, an unserem Atem, flackert.

Es ist besser ein kleines Licht in der Dunkelheit anzuzünden, als über die Dunkelheit in der Welt, in der Krise zu klagen. Ein Licht des Wohlwollens, des Mittragens, der Geduld. Viele kleine und auch große Schritte, Maßnahmen, Hilfestellungen in dieser Zeit sind wie das Licht einer Kerze. Je mehr mitmachen, desto heller wird es um uns.

Es ist das uralte Ritual unseres christlichen Glaubens an Ostern, dass wir ein Licht vom auferstandenen Herrn, symbolisiert in der Osterkerze für uns mitnehmen.

Warum tun wir das?

Vielleicht in der Erinnerung und in dem Vertrauen an das Wort Jesu: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern das Licht des Lebens haben.“  

Der Glaube lässt uns an Ostern ein Licht an die Osterkerze anzünden.

Der Glaube, der nicht als einschätzende Meinung zu nutzen ist, sondern der Glaube als Vertrauen, als Sehnsucht, sich mit Gott zu verbinden, um sein Licht, seine Liebe, seine Wärme in sich zu nehmen. Der Glaube, der auf das bewährte aufbaut: dass nur Liebe, Hingabe, Güte, Barmherzigkeit, Vergeben, Zusammenhelfen lebenstragend und lebensfördernd sind.

Das ist das Licht, das Gott uns bei unserer Erschaffung in die Herzen gab und das so oft von Zweifeln, von Leid, von Gemeinheit und Egoismus gelöscht wird. In seiner Auferstehung stellt uns Christus aber das Licht, das nie erlöscht, an dem wir immer wieder unser Licht anzünden können.

Denn seine Hingabe am Kreuz ist mit der Hoffnung der Auferstehung verbunden. Seine Auferstehung schenkt Aussicht. Und beides, seine Hingabe und seine Auferstehung geben uns Übersicht in den Hoffnungen, die wir uns für das Leben machen, und auch für die die den Kampf in der Pandemie und in den Leiden dieser Welt verloren haben und gestorben sind. Sie nimmt er nun auf und lässt sie an seiner Auferstehung teilhaben.

Und dieses Letztes ist eine Hoffnung, eine Aussicht, Übersicht und Wärme, die wir uns allein nicht geben können, ja nicht einmal ausdenken trauen. Es kommt allein von Ihm, das Licht, die Wärme dieser Welt, von dem wir auch an diesem Ostern ein Licht für uns mitnehmen können. Das Osterlicht wird in unseren Pfarr- und Filialkirchen brennen, so dass alle die es wollen, das Licht für sich daheim mitnehmen und auch weitergeben können, Amen!

Pfr. Ionel Anghel

Karfreitag, 10.04.20 - beim klick auf den Titel öffnet sich ein druckbares pdf

15.00 Uhr – kein Glockengeläut

Feier vom Leiden und Sterben Christi in Piding – Seelsorgeteam

Vorbereitung daheim: Kerze; Kreuz; (Bibel)

Der Karfreitag erinnert uns daran, dass Jesus den Weg des Leidens bis in den Tod gegangen ist. Damit erlebt Jesus auch, was viele Menschen erleben, Leiden und Tod. Mit Jesu Leiden und Sterben beginnt aber auch unsere Auferstehungshoffnung. Diese Auferstehung ist nur möglich, weil Jesus Leid und Tod nicht ausgewichen ist. So wie eine Kerze nur dann Licht und Wärme spendet, wenn sie brennt, sich hingibt, so gab sich Jesus für uns am Kreuz hin, so folgen wir ihm in jeder liebenden Hingabe. Als Zeichen dafür entzünden wir die Kerze und halten kurz Stille.

Im Namen des Vaters ...

Gebet

Gott, das Kreuz Jesu Christi und die vielen Kreuze in dieser Welt sind schmerzhafte Herausforderung zum Handeln. Gib uns deine Kraft und den Mut, mit Worten und Taten, mit unseren kleinen Möglichkeiten dort einzutreten, wo Leben durchkreuzt wird durch Not und Tod. Darum bitten wir durch den, dessen Kreuz zum Zeichen des Heiles wurde, Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen

Bibeltext: Johannes 19,16 – 42

Sie übernahmen Jesus. Und er selbst trug das Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelstätte, die auf Hebräisch Gólgota heißt. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere, auf jeder Seite einen, in der Mitte aber Jesus. Pilatus ließ auch eine Tafel anfertigen und oben am Kreuz befestigen; die Inschrift lautete: Jesus von Nazaret, der König der Juden. Diese Tafel lasen viele Juden, weil der Platz, wo Jesus gekreuzigt wurde, nahe bei der Stadt lag. Die Inschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefasst. Da sagten die Hohepriester der Juden zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.

Nachdem die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen Teil, und dazu das Untergewand. Das Untergewand war aber ohne Naht von oben ganz durchgewoben. Da sagten sie zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand. Dies taten die Soldaten.

Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Mágdala. Als Jesus die Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zur Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.

Danach, da Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: Mich dürstet. Ein Gefäß voll Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm voll Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund. Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist.

Weil Rüsttag war und die Körper während des Sabbats nicht am Kreuz bleiben sollten – dieser Sabbat war nämlich ein großer Feiertag –, baten die Juden Pilatus, man möge ihnen die Beine zerschlagen und sie dann abnehmen. Also kamen die Soldaten und zerschlugen dem ersten die Beine, dann dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite und sogleich floss Blut und Wasser heraus. Und der es gesehen hat, hat es bezeugt und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres sagt, damit auch ihr glaubt. Denn das ist geschehen, damit sich das Schriftwort erfüllte: Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen. Und ein anderes Schriftwort sagt: Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.

Josef aus Arimathäa war ein Jünger Jesu, aber aus Furcht vor den Juden nur im Verborgenen. Er bat Pilatus, den Leichnam Jesu abnehmen zu dürfen, und Pilatus erlaubte es. Also kam er und nahm den Leichnam ab. Es kam auch Nikodémus, der früher einmal Jesus bei Nacht aufgesucht hatte. Er brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloë, etwa hundert Pfund. Sie nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden, zusammen mit den wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist. An dem Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte, war ein Garten und in dem Garten war ein neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war. Wegen des Rüsttages der Juden und weil das Grab in der Nähe lag, setzten sie Jesus dort bei.

kurze Stille,

evtl. Lied GL 297 (Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du für uns gestorben bist. ...)

oder GL 532 (Christi Mutter stand mit Schmerzen bei dem Kreuz und weint‘ von Herzen ...)

Handlung - Kreuzverehrung

Wir haben unser Kreuz ganz bewusst einmal von der Wand abgenommen und in die Mitte des Tisches gelegt, um es anzuschauen. So stark hat Jesus und geliebt und liebt uns! Jeder darf reihum das Kreuz einmal in die Hand nehmen und Jesus sagen, was ihm wichtig ist, ein Dank, eine Bitte oder was Jesus für ihn bedeutet.

Gebet: Vater unser ... Gegrüßet sei Du Maria ... Ehre sei dem Vater ...

Abschluss: Gott, der Herr, segne uns. Er segne unsere Traurigkeit und wandle sie in Zuversicht. Er segne unsere Verzweiflung und wandle sie in Hoffnung. Er segne unse- re Mutlosigkeit und wandle sie in Stärke. Gott, der Herr, der so menschlich durch seinen Sohn Jesu Christus in dieser Welt war, segne uns auf unserm Weg hin zum Osterfest. Im Namen des Vaters ...

Gründonnerstag, 09.04.20 - beim Klick auf den Titel öffnet sich ein druckbares pdf

18.00 Uhr Glockengeläut der jeweilige Pfarrkirche

Hl. Messe in Anger - Seelsorgeteam

Vorbereitung daheim: Kerze; Brot, (Bibel)

Am Gründonnerstag feiern wir, dass Jesus in der Hl. Kommunion bei uns geblieben ist. Als Zeichen dafür, dass er uns darin seine Liebe schenkt, entzünden wir die Kerze und halten kurz Stille.

Im Namen des Vaters ...

Gebet

Allmächtiger, ewiger Gott, am Abend vor seinem Leiden hat dein geliebter Sohn das Gastmahl seiner Liebe gestiftet. Geheimnisvoll aber real ist er in der Eucharistie greifbar für uns da. Wir danken Dir dafür und bitten Dich auch, lass uns immer seine Liebeskraft darin empfangen. Amen!

Bibeltext: Johannes 13, 1-15

Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen liebte, die in der Welt waren, liebte er sie bis zur Vollendung.

Es fand ein Mahl statt und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskáriot, schon ins Herz gegeben, ihn auszuliefern. Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war.

Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? Jesus sagte zu ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle.
Er wusste nämlich, wer ihn ausliefern würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein. Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

kurze Stille,

evtl. Lied GL 282 (Beim letzten Abendmahle, die Nacht vor seinem Tod ...)

Handlung

ein Stück Brot brechen und essen

Gebet: Vater unser ... Gegrüßet seist Du Maria ... Ehre sei dem Vater

Abschluss: Es segne uns der allmächtige Gott, der Vater ... (Kreuzzeichen)

Gründonnerstag – Nachtwache - durch klicken auf den Titel gelangen Sie zu einem pdf

Andacht nach einem Konzept der Steyler Missionare
(https://www.steyler.eu/svd/seelsorge/anregung/artikel/2011/Fastenzeit/Gruendonnerstag-Nachtwache.php)


+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Betrachtung
Versuchen wir uns gemeinsam die Situation Jesu vor Augen zu führen. Nur noch wenige Stunden trennen ihn von dem unsäglichen Leid, das man ihm antun wird. Er fühlt sich einsam und verlassen – das drohende Unheil nähert sich unaufhaltsam …
Die Not der Menschen, - ob Opfer von Gewalt und Krieg, von Ausbeutung und Diskriminierung, von Natur- oder selbst provozierten Katastrophen - spiegelt sich im Leiden Jesu. In seiner Verzweiflung sucht Jesus Halt beim Vater und nimmt alles Leid der geschundenen Menschheit mit vor Ihn …
Denken wir an die Menschen, die sich in den Ländern Nordafrikas nach Freiheit sehnen.
Denken wir an die Menschen, die wegen ihrer Glaubensüberzeugung verfolgt und Opfer von Fanatikern werden.
Denken wir an all jene, die noch in zerstörten Gebieten nach Erdbeben oder Überschwemmungen im Freien oder in den Trümmern leben.
Denken wir an alle, die in diesen Wochen von einer heimtückischen Erkrankung befallen wurden, besonders an die vielen Toten in Italien und nicht einmal von ihren Liebsten Abschied nehmen können.
Denken wir an die Menschen die versuchen, gegen eine atomare Verseuchung zu kämpfen, und selbst Opfer werden.
Denken wir an die Obdachlosen, die Opfer unseres Wirtschaftssystems, die Arbeitslosen und die Kranken.
Leid begleitet das Leben des Menschen. Oft bleibt er allein mit der Frage nach dem Sinn.
Wenn wir in diesen Tagen die Passion Jesu begleiten, lasst uns all diejenigen in unser Gebet einschließen, die keine Hoffnung haben. Wenn wir fassungs- und sprachlos vor dem menschlichen Schicksal stehen, – Jesu Weg zeigt uns die Richtung: Gott will nicht den Tod, - auch wenn vieles dagegen zu sprechen scheint – er will das Leben!

Stille

Aus den Klageliedern (1,12f.14b.16a.20a.21a)
Ihr alle, die ihr des Weges zieht, / schaut doch und seht, ob ein Schmerz ist wie mein Schmerz, / den man mir angetan, mit dem der Herr mich geschlagen hat /am Tag seines glühenden Zornes.
Aus der Höhe sandte er Feuer, / in meine Glieder ließ er es fallen. Er spannte ein Netz meinen Füßen, / rücklings riss er mich nieder. Er machte mich zunichte / und siech für alle Zeit.
… Sie [meine Feinde] stiegen mir über den Hals; / da brach meine Kraft. Preisgegeben hat mich der Herr, / ich kann mich nicht erheben.
Darüber muss ich weinen, / von Tränen fließt mein Auge. Fern sind alle Tröster, / mich zu erquicken. …
Herr, sieh an, wie mir angst ist. / Es glüht mir in der Brust; mir dreht sich das Herz im Leibe, …
Hör, wie ich stöhne; / ich habe keinen Tröster. All meine Feinde hörten von meinem Unglück, / freuten sich, dass du es bewirkt hast. …

Stille

Lied: „Bleibet hier und wachet mit mir, /:wachet und betet:/ (Taizé, GL 286)

Gebet: GL 20.1; Gebet der Vereinten Nationen
Unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall.
An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung.
Gib uns Mut und Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst stolz den Namen Mensch tragen.
 
Markusevangelium 14,32-42
Und sie kamen zu einem Garten mit Namen Gethsemane. Und er sprach zu seinen Jüngern: Setzt euch hierher, bis ich gebetet habe. Und er nahm mit sich Petrus und Jakobus und Johannes und fing an zu zittern und zu zagen und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wachet! Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf die Erde und betete, dass, wenn es möglich wäre, die Stunde an ihm vorüberginge, und sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst! Und er kam und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Simon, schläfst du? Vermochtest du nicht eine Stunde zu wachen? Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. Und er ging wieder hin und betete und sprach dieselben Worte und kam wieder und fand sie schlafend; denn ihre Augen waren voller Schlaf, und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten. Und er kam zum dritten Mal und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr weiter schlafen und ruhen? Es ist genug; die Stunde ist gekommen. Siehe, der Menschensohn wird überantwortet in die Hände der Sünder. Steht auf, lasst uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist nahe.

Stille

Lied: „Bleibet hier und wachet mit mir, /:wachet und betet:/ (Taizé)

Gebet aus Afrika
„Ich habe keinen anderen Helfer als Dich, / keinen anderen Erlöser, / keinen anderen Halt. / Zu Dir bete ich. / Nur Du kannst mir helfen. / Die Not ist zu groß, in der ich jetzt stehe. / Die Verzweiflung packt mich an, und ich weiß nicht mehr ein noch aus. / Ich bin ganz unten, / ich komme allein nicht mehr hoch, nicht heraus. / Wenn es Dein Wille ist, dann befreie mich aus dieser Not. / Lass mich wissen, / dass du stärker bist als alle Not und alle meine Feinde.
 O Herr, wenn ich durchkomme, / dann lass doch diese Erfahrung zu meinem Heil/ und dem meiner Schwestern und Brüder beitragen. / Du verlässt mich nicht. / Ich weiß das.“

Markusevangelium 14,43-52
Und alsbald, während er noch redete, kam herzu Judas, einer von den Zwölfen, und mit ihm eine Schar mit Schwertern und mit Stangen, von den Hohenpriestern und Schriftgelehrten und Ältesten. Und der Verräter hatte ihnen ein Zeichen genannt und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's; den ergreift und führt ihn sicher ab. Und als er kam, trat er alsbald zu ihm und sprach: Rabbi!, und küsste ihn. Die aber legten Hand an ihn und ergriffen ihn. Einer aber von denen, die dabeistanden, zog sein Schwert und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Seid ihr ausgezogen wie gegen einen Räuber mit Schwertern und mit Stangen, mich gefangen zu nehmen? Ich bin täglich bei euch im Tempel gewesen und habe gelehrt, und ihr habt mich nicht ergriffen. Aber so muss die Schrift erfüllt werden. Da verließen ihn alle und flohen. Und ein junger Mann folgte ihm nach, der war mit einem Leinengewand bekleidet auf der bloßen Haut; und sie griffen nach ihm. Er aber ließ das Gewand fahren und floh nackt.

Stille

Lied: „Bleibet hier und wachet mit mir, /:wachet und betet:/ (Taizé)

Impulstext (Gisela Baltes – pfarrbriefservice.de)
Bist du auch einer von denen,
die zu Jesus gehören
und die trotzdem manchmal
die Stunde der Bewährung
schlafend vertun?

Bist du auch einer von denen,
die zu Jesus gehören
und die trotzdem manchmal
nur noch daran denken,
die eigene Haut zu retten?
Bist du auch einer von denen,
die zu Jesus gehören
und die trotzdem
manchmal feige sind
und ihre wahre Gesinnung verleugnen?

Bist du einer von denen?

Aber bist du auch einer,
der immer wieder den Mut
und die Entschlossenheit hat,
einen neuen Anfang zu wagen
und es beim nächsten Mal besser zu machen?

Dann geh mit mir eine Meile,
wir haben denselben Weg.

Segen
Wir können dem Leid standhalten, weil es für uns eine Hoffnung gibt, eine Hoffnung, die über das Kreuz hinausgeht. Gehen wir mit Jesus, gehen wir mit allen Leidenden dieser Welt zum Ölberg hinauf, durchleiden wir den Karfreitag mit all seiner Entmenschlichung und Erniedrigung in der Hoffnung: Der Herr lebt!
Der Herr erhalte in uns diese Hoffnung und segne uns + im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.


zusammengestellt vom AK Liturgie, Piding
Elke Dreser
Hildegard Schütz-Popp
Judith Stöberl
Ulrike Traxl
Karl Wimberger

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Palmsonntag - durch klicken auf den Titel gelangen Sie zu einem pdf

9.00 Uhr Glockengeläut der jeweiligen Pfarrkirche

Hl. Messe mit Segensgebet der Palmbuschen in Anger – Seelsorgeteam
 (nicht öffentlich)

Vorbereitung daheim: Kerze; Palmzweige; Bibel;


Am Palmsonntag feiern wir, dass Jesus auch in unser Herz einziehen will.
 Als Zeichen dafür, dass er als Licht der Welt zu uns kommt, entzünden wir
 die Kerze und halten kurze Stille.
Im Namen des Vaters...(Kreuzzeichen)


Gebet zur Segnung der Palmzweige daheim
V.: Lasset uns beten! Alle: Herr Jesus Christus, du kommst zu uns als Heilbringer und Retter. Damals haben dir Menschen zugejubelt mit grünen Zweigen als Zeichen für das Leben. Wir bitten dich: Segne die Zweige, die wir heute in den Händen halten, um dir zu zeigen, dass wir voller Sehnsucht sind für das Leben, das du bringst. Gib, dass wir uns das ganze Jahr über daran erinnern, dass wahres und sinnerfülltes Leben nur ein Leben an deiner Seite ist. Denn du bist auch unser Retter, unser Heiland und unser Messias. Dich verehren wir heute und in Ewigkeit. Amen.

Bibeltext lesen: Matthäus 21, 1-11 - kurze Stille, evtl. Lied GL 280

Gebet: Vater unser..., Gegrüßet sei Du Maria..., Ehre sei dem Vater...

Abschluss: Es segne uns der allmächtige Gott, der Vater... (Kreuzzeichen)

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Palmsonntag - Meditation von Rudolf Salzeder - durch klicken auf den Titel gelangen Sie zu einem pdf

Am Palmsonntag 2014 hat der Papst bei der hl. Messe auf dem Petersplatz, nachdem die Passion vorgetragen worden war, ein paar Fragen gestellt, die ich gern weitergeben möchte, weil es sich meines Erachtens lohnt, über diese Fragen nachzudenken auch wenn dieses Nachdenken weh tun kann.

Auf dem Petersplatz wurde es am Palmsonntag des Jahres 2014 ganz still, als der Papst sein Manuskript beiseite legte und ohne Konzept, ganz frei und sehr ruhig zu sprechen begann.

„Wer bin ich vor meinem Herrn?
Wer bin ich vor Jesus, der festlich in Jerusalem einzieht?
Bin ich fähig, meine Freude auszudrücken, ihn zu loben?
Oder gehe ich auf Distanz?

Wir haben (in der Passion) viele Namen gehört:
Führende Persönlichkeiten (kamen vor), Priester, Pharisäer, Gesetzeslehrer, die entschlossen waren, ihn zu töten und die nur auf eine Gelegenheit warteten, ihn festzunehmen.
Bin ich wie einer von ihnen?

Auch noch einen anderen Namen haben wir gehört: Judas.
Dreißig Silberlinge.
Bin ich Judas?

Weitere Namen haben wir gehört: die Jünger, die nichts verstanden, die einschliefen, während der Herr litt.
Ist mein Leben eingeschlafen?

Oder bin ich wie die Jünger, die nicht begriffen, was es bedeutet, Jesus zu verraten?

Bin ich wie jener andere Jünger, der alles durch das Schwert lösen wollte? Bin ich wie sie?

Bin ich wie Judas, der Liebe heuchelt und den Meister küsst, um ihn auszuliefern, ihn zu verraten?
Bin ich – ein Verräter?

Bin ich wie jene Vorsteher, die in Eile zu Gericht sitzen und falsche Zeugen suchen?
Bin ich wie sie?
Und wenn ich so etwas tue – falls ich es tue – glaube ich, dass ich damit das Volk rette?

Bin ich wie Pilatus?
Wenn ich sehe, dass die Situation schwierig ist, wasche ich mir dann die Hände? Weiß ich dann meine Verantwortung nicht zu übernehmen? Und lasse Menschen verurteilen oder verurteile sie selber?

Bin ich wie jene Menschenmenge, die nicht genau wusste, ob sie sich in einer religiösen Versammlung, in einem Gericht oder in einem Zirkus befand und den Barabbas wählte?

Bin ich wie die Soldaten, die den Herrn schlagen, ihn bespucken, ihn beleidigen und sich mit der Demütigung des Herrn amüsieren?

Bin ich wie Simon von Zyrene, der müde von der Arbeit kam, aber den guten Willen hatte, dem Herrn zu helfen, das Kreuz zu tragen?

Bin ich wie diejenigen, die am Kreuz vorbeikamen und sich über Jesus lustig machten: „Er war doch so mutig! Er steige vom Kreuz herab! Dann werden wir ihm glauben.“

Bin ich wie jene mutigen Frauen und wie die Mutter Jesu, die dabei waren und schweigend litten?

Bin ich wie Josef, der heimliche Jünger, der den Leib Jesu liebevoll trägt, um ihn zu begraben?

Bin ich wie die beiden Marien, die am Eingang des Grabes verharren, weinend und betend?

Bin ich wie diese Anführer, die am folgenden Tag zu Pilatus gehen, um zu sagen: „Schau, der hat gesagt, er werde auferstehen. Dass nur nicht noch ein Betrug geschieht!“ Und die das Leben blockieren, das Grab zusperren, um die Lehre zu verteidigen, damit das Leben nicht herauskommt?

Wo ist mein Herz? Welchem dieser Menschen gleiche ich“

Das sind Fragen von Papst Franziskus, Fragen zur Besinnung am Palmsonntag und, wie ich meine, darüber hinaus.
Ob sie uns nicht die ganze Woche begleiten können?

Rudolf Salzender

 

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