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Predigt am 1. Weihnachtstag von Pfarrer Anghel

Liebe Schwestern und Brüder!
Weihnachten-feiern in diesem Jahr ist anders als sonst. Vielleicht haben Sie es gestern Abend auch anders als sonst empfunden. Viele schöne Traditionen, die Weihnachten einführen und begleiten, von den Christkindlmärkten bis das Christkind anschießen und vielleicht auch noch die geliebte Bescherung gestern am Hl Abend im Kreis der Familie konnten nicht stattfinden, wie sonst jedes Jahr. Das Fest ist hineingenommen in die Ereignisse und Reglementierungen gegen die Covid Panmdemie und eingeschränkt davon.
Unter diesem Aspekt, Weihnachten-feiern ist anders in diesem Jahr. Bei allem schmerzlichen Vermissen von all den schönen Gebräuchen zu Weihnachten, stellt die heurige Situation die kritische Frage: Wozu feiert man jedes Jahr Weihnachten? Wozu noch das Weihnachtsfest, wenn das alles andere fehlt: die Treffens in der Familie und unter Freunde, der Flugurlaub in den wärmeren Regionen oder das Skifahren in diesen freien Tagen. Viele Menschen in unserem Land wissen gar nicht mehr, warum wir Weihnachten feiern. Für Christen meint man, der Grund ist klar, die Geburt Jesu. Was feiern jene, die mit Jesus nichts am Hut haben und sich vom Christentum distanzieren? Und was verstehen wir Christen tatsächlich unter dem Begriff Jesu Geburt feiern?

Papst Leo der Große bringt es schön zum Wort schon im 5 Jhd.: „Lass uns Froh sein! Heute am Weinachten ist unser Retter geboren. Die Traurigkeit hat keinen Raum am Geburtstag des Lebens, das uns die Angst vor dem Sterben genommen hat und uns die Freude über die verheißene Ewigkeit bringt.“

Christen sollten mit diesem Fest mehr als eine Geburtstagsparty und ein Einhalten von Traditionen verbinden. Es geht in erster Linie um die Besinnung auf das unbeschreiblich großes Ereignis, und das freudige Staunen darüber, dass Gott ein Mensch wird, dass Gott sich klein für uns Menschen macht, damit er zugänglich für alle ist, damit alle Menschen, die ganze Schöpfung zu ihm kommen können. Gott kommt in einem Stall zur Welt, wo Hirten, als ausgegrenzten ihrer Zeit auch kommen können, wo Ochs und Esel als Vertreter der Tierwelt, nicht nur einen Platz neben ihrem Schöpfer finden, sondern ihn auch erwärmen, auf den dann ein Stern vom Himmel hinweist. Die ganze Schöpfung ist eingebunden in diesem Ereignis am Rande der Welt, in einem kleinen unbedeutenden Dorf jener Zeit. Sich dieses Kommen Gottes in unserer Welt vor den Augen und zur Gemüte zu führen, neben all dem Essen und Trinken und Gesellig sein, das bedeutet Weihnachten feiern. Sich zu Herzen nehmen, was da für einen selbst geschieht: Gott wird für mich und für den anderen ein Mensch und will meinen Schicksal mit seinen Höhen und Tiefen teilen. Das bedeutet Weihnachten feiern. Und dann sich von der Großzügigkeit und Liebe Gottes zu einem selbst, zu dieser Welt bewegen lassen und selbst teilen und schenken: Friede, Versöhnung und Liebe. Geduldig, Aufmerksam, Bescheiden sein, wie der Heiland in der Krippe. Das bedeutet Weihnachten feiern.
Am Weihnachten geht es darum, dass man sich jene große Liebe Gottes zu unserer Welt, zu uns Menschen vor Augen zu führen, Liebe und Güte, die der Ursprung, die Grundlage der Hoffnung, der Freude, unseres Handeln sein sollen. Die Güte und die Menschenfreundlichkeit Gottes erscheint uns in Jesus Christus am Weihnachten. Die Gnade und das Erbarmen Gottes wollen uns berühren, stärken und uns begleiten in den Höhen und Tiefen des Lebens. „Christ erkenne deine Würde, du bist der göttlichen Natur würdig! Gott liegt so sehr an dich, dass er einer von euch wird. Führt Papst Leo weiter.
Wir versammeln uns gerade in diesen schwierigen Tagen zu den Weihnachtsgottesdiensten, nicht um ein Trotzt-Programm zu der schwierigen Lage in den Krankenhäuser, zu den steigenden Infektionszahlen, und zu den an Covid verstorbenen Menschen zu veranstalten. Durch Gottesdienst-Feiern am Weihnachten verstehen wir nicht ein Gaudi und ein Ausblenden der leidvollen Realität dieser Tage. Wir können und müssen eben Diese in unserer Feier mitnehmen und Gott durch unser Gebet vorbringen. Anliegen, Sorgen, Problemen und Leiden der Menschen in unserer Umgebung, Familie, Welt werden uns immer begleiten, jedes Jahr bei jeder Weihnachtsfeier, nicht nur in diesem Covid-Jahr. All das, uns selbst und unsere Welt, dem Heiland, dem Herrn und Retter, Jesus Christus vertrauensvoll, mit starkem Glauben ins Gebet bringe, das heißt Weihnachten feiern. Amen.