Gründonnerstag – Nachtwache - durch klicken auf den Titel gelangen Sie zu einem pdf

Andacht nach einem Konzept der Steyler Missionare
(https://www.steyler.eu/svd/seelsorge/anregung/artikel/2011/Fastenzeit/Gruendonnerstag-Nachtwache.php)


+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Betrachtung
Versuchen wir uns gemeinsam die Situation Jesu vor Augen zu führen. Nur noch wenige Stunden trennen ihn von dem unsäglichen Leid, das man ihm antun wird. Er fühlt sich einsam und verlassen – das drohende Unheil nähert sich unaufhaltsam …
Die Not der Menschen, - ob Opfer von Gewalt und Krieg, von Ausbeutung und Diskriminierung, von Natur- oder selbst provozierten Katastrophen - spiegelt sich im Leiden Jesu. In seiner Verzweiflung sucht Jesus Halt beim Vater und nimmt alles Leid der geschundenen Menschheit mit vor Ihn …
Denken wir an die Menschen, die sich in den Ländern Nordafrikas nach Freiheit sehnen.
Denken wir an die Menschen, die wegen ihrer Glaubensüberzeugung verfolgt und Opfer von Fanatikern werden.
Denken wir an all jene, die noch in zerstörten Gebieten nach Erdbeben oder Überschwemmungen im Freien oder in den Trümmern leben.
Denken wir an alle, die in diesen Wochen von einer heimtückischen Erkrankung befallen wurden, besonders an die vielen Toten in Italien und nicht einmal von ihren Liebsten Abschied nehmen können.
Denken wir an die Menschen die versuchen, gegen eine atomare Verseuchung zu kämpfen, und selbst Opfer werden.
Denken wir an die Obdachlosen, die Opfer unseres Wirtschaftssystems, die Arbeitslosen und die Kranken.
Leid begleitet das Leben des Menschen. Oft bleibt er allein mit der Frage nach dem Sinn.
Wenn wir in diesen Tagen die Passion Jesu begleiten, lasst uns all diejenigen in unser Gebet einschließen, die keine Hoffnung haben. Wenn wir fassungs- und sprachlos vor dem menschlichen Schicksal stehen, – Jesu Weg zeigt uns die Richtung: Gott will nicht den Tod, - auch wenn vieles dagegen zu sprechen scheint – er will das Leben!

Stille

Aus den Klageliedern (1,12f.14b.16a.20a.21a)
Ihr alle, die ihr des Weges zieht, / schaut doch und seht, ob ein Schmerz ist wie mein Schmerz, / den man mir angetan, mit dem der Herr mich geschlagen hat /am Tag seines glühenden Zornes.
Aus der Höhe sandte er Feuer, / in meine Glieder ließ er es fallen. Er spannte ein Netz meinen Füßen, / rücklings riss er mich nieder. Er machte mich zunichte / und siech für alle Zeit.
… Sie [meine Feinde] stiegen mir über den Hals; / da brach meine Kraft. Preisgegeben hat mich der Herr, / ich kann mich nicht erheben.
Darüber muss ich weinen, / von Tränen fließt mein Auge. Fern sind alle Tröster, / mich zu erquicken. …
Herr, sieh an, wie mir angst ist. / Es glüht mir in der Brust; mir dreht sich das Herz im Leibe, …
Hör, wie ich stöhne; / ich habe keinen Tröster. All meine Feinde hörten von meinem Unglück, / freuten sich, dass du es bewirkt hast. …

Stille

Lied: „Bleibet hier und wachet mit mir, /:wachet und betet:/ (Taizé, GL 286)

Gebet: GL 20.1; Gebet der Vereinten Nationen
Unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall.
An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung.
Gib uns Mut und Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst stolz den Namen Mensch tragen.
 
Markusevangelium 14,32-42
Und sie kamen zu einem Garten mit Namen Gethsemane. Und er sprach zu seinen Jüngern: Setzt euch hierher, bis ich gebetet habe. Und er nahm mit sich Petrus und Jakobus und Johannes und fing an zu zittern und zu zagen und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wachet! Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf die Erde und betete, dass, wenn es möglich wäre, die Stunde an ihm vorüberginge, und sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst! Und er kam und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Simon, schläfst du? Vermochtest du nicht eine Stunde zu wachen? Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. Und er ging wieder hin und betete und sprach dieselben Worte und kam wieder und fand sie schlafend; denn ihre Augen waren voller Schlaf, und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten. Und er kam zum dritten Mal und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr weiter schlafen und ruhen? Es ist genug; die Stunde ist gekommen. Siehe, der Menschensohn wird überantwortet in die Hände der Sünder. Steht auf, lasst uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist nahe.

Stille

Lied: „Bleibet hier und wachet mit mir, /:wachet und betet:/ (Taizé)

Gebet aus Afrika
„Ich habe keinen anderen Helfer als Dich, / keinen anderen Erlöser, / keinen anderen Halt. / Zu Dir bete ich. / Nur Du kannst mir helfen. / Die Not ist zu groß, in der ich jetzt stehe. / Die Verzweiflung packt mich an, und ich weiß nicht mehr ein noch aus. / Ich bin ganz unten, / ich komme allein nicht mehr hoch, nicht heraus. / Wenn es Dein Wille ist, dann befreie mich aus dieser Not. / Lass mich wissen, / dass du stärker bist als alle Not und alle meine Feinde.
 O Herr, wenn ich durchkomme, / dann lass doch diese Erfahrung zu meinem Heil/ und dem meiner Schwestern und Brüder beitragen. / Du verlässt mich nicht. / Ich weiß das.“

Markusevangelium 14,43-52
Und alsbald, während er noch redete, kam herzu Judas, einer von den Zwölfen, und mit ihm eine Schar mit Schwertern und mit Stangen, von den Hohenpriestern und Schriftgelehrten und Ältesten. Und der Verräter hatte ihnen ein Zeichen genannt und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's; den ergreift und führt ihn sicher ab. Und als er kam, trat er alsbald zu ihm und sprach: Rabbi!, und küsste ihn. Die aber legten Hand an ihn und ergriffen ihn. Einer aber von denen, die dabeistanden, zog sein Schwert und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Seid ihr ausgezogen wie gegen einen Räuber mit Schwertern und mit Stangen, mich gefangen zu nehmen? Ich bin täglich bei euch im Tempel gewesen und habe gelehrt, und ihr habt mich nicht ergriffen. Aber so muss die Schrift erfüllt werden. Da verließen ihn alle und flohen. Und ein junger Mann folgte ihm nach, der war mit einem Leinengewand bekleidet auf der bloßen Haut; und sie griffen nach ihm. Er aber ließ das Gewand fahren und floh nackt.

Stille

Lied: „Bleibet hier und wachet mit mir, /:wachet und betet:/ (Taizé)

Impulstext (Gisela Baltes – pfarrbriefservice.de)
Bist du auch einer von denen,
die zu Jesus gehören
und die trotzdem manchmal
die Stunde der Bewährung
schlafend vertun?

Bist du auch einer von denen,
die zu Jesus gehören
und die trotzdem manchmal
nur noch daran denken,
die eigene Haut zu retten?
Bist du auch einer von denen,
die zu Jesus gehören
und die trotzdem
manchmal feige sind
und ihre wahre Gesinnung verleugnen?

Bist du einer von denen?

Aber bist du auch einer,
der immer wieder den Mut
und die Entschlossenheit hat,
einen neuen Anfang zu wagen
und es beim nächsten Mal besser zu machen?

Dann geh mit mir eine Meile,
wir haben denselben Weg.

Segen
Wir können dem Leid standhalten, weil es für uns eine Hoffnung gibt, eine Hoffnung, die über das Kreuz hinausgeht. Gehen wir mit Jesus, gehen wir mit allen Leidenden dieser Welt zum Ölberg hinauf, durchleiden wir den Karfreitag mit all seiner Entmenschlichung und Erniedrigung in der Hoffnung: Der Herr lebt!
Der Herr erhalte in uns diese Hoffnung und segne uns + im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.


zusammengestellt vom AK Liturgie, Piding
Elke Dreser
Hildegard Schütz-Popp
Judith Stöberl
Ulrike Traxl
Karl Wimberger

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