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Johanneskapelle

Etwa 200 m unterhalb der Johanneskirche befindet sich im Wald eine Rundkapelle mit fünf Meter Durchmesser und ca. acht Meter Höhe. Sie wurde 1701 vom Kloster Höglwörth erbaut.  1785 – in der Zeit der Aufklärung - wurde sie laut Beschluss des Hochfürstlichen Salzburglichen Consistoriums gesperrt und sollte dem Verfall überlassen werden. Nur der Einsatz des Höglwörther Propstes konnte dies verhindern. Bei der Restaurierung im Jahre 2002 wurde festgestellt, dass diese Rundkapelle ebenso wie die Kirche auf dem Johannishögl Johannes dem Täufer geweiht worden war. Nach der Freilegung der Inschrift und des hochwertigen barocken Stuckaltars mit zwei die Figurennische umrahmenden Putten und dem Erwerb einer neuen Johannesfigur erstrahlt dieses Kleinod in neuem Glanz und lädt den Wanderer zum Verweilen und stillem Gebet ein.

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Johannishögl

Filialkirche St. Johannes d. T.

Johanneshögl – „Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen“ (Offenbarung des Johannes 21,3)

„Da entrückte er mich in der Verzückung auf einen großen, hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam“ (Offenbarung des Johannes 21,10). In allen Kulturen gilt seit alters her der Berg als Ort der Gotteserscheinung: Hier wird Gott unmittelbar erlebbar. Von der Aussichtskanzel Johannishögl eröffnet sich ein herrlicher Blick auf Salzburg, den einstmaligen Sitz des zuständigen Erzbischofs und weltlichen Herren Pidings und in die Berchtesgadener Alpen hinein.

Dem entsprechend befand sich an dieser Stelle auf dem Högl wohl bereits ein vorchristliches Heiligtum. Am Fuß des Johannishögl, am sog. Auhögl, fand man Siedlungsreste einer Niederlassung der Jungsteinzeit des Altheimer Kulturkreises um 1800 vor Christus. Es gibt Vermutungen, dass der Brunnenschacht am Fuße der Kirche möglicherweise ein keltischer Opferschacht war.

Der heute bestehende Bau der Kirche besteht aus romanischen Mauern mit spätgotischem Gewölbe und einem barocken Turm. Das Langhaus ist wie Mauthausen in einen einschiffigen Wandpfeilerbau umgebaut worden; der Chor erhielt einen Schluss in fünf Seiten des Achtecks. Vom romanischen Kirchenbau mit flacher Decke sind über dem Gewölbe im Dachstuhl noch Reste zu erkennen.

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Pfarrkirche Piding

Maria – „Pforte des Himmels“

Patrozinium Mariae Geburt (8. Sept.)

Schon beim Betreten der äußerlich schlichten Kirche Maria Geburt über den südliche Seiteneingang zeigt einem die Architektur des prachtvollen spätgotischen Portals aus Adneter Marmor in der Vorhalle, einer Salzburger Steinmetzarbeit aus der Zeit um 1510: Man betritt hier einen besonderen Raum - das Haus Gottes -, wie eine „Pforte des Himmels“ bereitet einen das Portal darauf vor.

Auch die Fragmente eines Stifterbildnisses aus dem 17. Jahrhundert, in der Vorhalle neben der Sakristeitür, die einen Stifter mit Frau und Töchtern zeigen, weisen darauf hin: dies ist ein Ort des Gebetes. Dementsprechend ist auch die kleine Marienkapelle neben der Vorhalle als Ort der Fürbitte und des Gebetes mit Kerzenbank vor einem Marienbild des 18. Jahrhundert gestaltet.

Das Portal des barockisierten Baus ist letztes Ausstattungsstück der gotischen Baugestaltung. Der Kirchenbau hat eine lange Geschichte: Sie reicht zurück in die Anfänge der Christianisierung im südostdeutschen Raum. Man darf annehmen, dass die Liebfrauenkirche Piding die erste Seelsorgekirche des hl. Rupert von Salzburg in seinem abgesonderten Seelsorgbezirk Hall (Reichenhall) war, d.h. ein erster Kirchenbau ist für den Beginn des 8. Jahrhunderts anzunehmen. Zwei hervorragende Bildwerke zeugen neben dem Portal von der Qualität der spätmittelalterlichen Ausstattung: Zum einen ein spätgotisches Tafelbild mit der Darstellung der Maria im Ährenkleid (um 1460), hervorragendes Werk der Salzburger Malerei, das einst als Mittelbild des Hochaltares diente und sich heute im Bayerischen Nationalmuseum in München befindet. Zum anderen das Tafelgemälde „Christus als Schmerzensmann“ (182,5 x 116 cm), ein anrührendes Hauptwerk von Rueland Frueauf d. Ä. (um 1440-1507), bedeutendster Meister der älteren Salzburger Malerschule; es bildete die Rückwand des gotischen Hochaltares und befindet sich heute in der Alten Pinakothek in München. Die Bilder des gotischen Altarschreins wurden bis 1939 im Dachstuhl der Kirche aufbewahrt und dann vom damaligen Pfarrer verkauft, um eine Kirchenrenovierung zu finanzieren.

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St. Laurentius - Mauthausen

Filialkirche St. Laurentius - „Hilfe in der Not“

Geschichtliches:

Der alte Ortsteil Mauthausen liegt am Rande einer Geländeterrasse aus Flussschotter, einem nacheiszeitlichen Hochufer der Saalach. Hier steht auf einem Terrassenvorsprung das idyllische romanische Kirchlein, das dem hl. Laurentius geweiht ist.

1965 wurden nördlich der Kirche bajuwarische Reihengräber entdeckt, die aus dem 7. Jh. stammen. Vermutlich steht die heutige Kirche anstelle einer vorchristlichen Kultstätte. Im Zuge der Christianisierung des Gebietes durch den Hl. Rupert wird hier eine erste Holzkirche erbaut worden sein, der um 1200 der heute noch stehende Steinbau folgte. Der Ort Mauthausen lag an der Grenze zwischen dem Erzstift Salzburg und dem bayerischen Reichenhall. Er trägt seinen Namen von der einstigen Mautstelle   an der Salzstraße Reichenhall‑Teisendorf, die sich seit 908 im Besitz der Erzbischöfe von Salzburg befand. 1275 wurde erstmals die "Stauffenbrukke" erwähnt. Damals wurden durch den Vertrag von Ehrharting die Grenzen zwischen dem Fürstbistum Salzburg und dem Herzogtum Bayern festgelegt. Ende des 15. Jh. ging das Zollhaus in bayerischen Besitz über.

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Strailachkapelle

Im Mittelpunkt der Strailachkapelle, eines schlichten rechteckigen Baus mit halbrundem Schluss (sieben Meter lang, vier Meter breit und fünf Meter hoch) steht ein Bildnis des unter dem Kreuz fallenden Heilands. Ein Schreiben des Hochfürstlichen Salzburglichen Consistoriums von 1709 erteilt Walburga Hofmüllerin, verwitwete Müllerin aus Reichenhall, die Erlaubnis zur Errichtung dieser Kapelle zwischen Mauthausen und der Staufenbrücke mit jener Darstellung. Die Lage an der alten Salzstraße ließ Max Wieser darauf schließen, dass bereits zuvor Salzfahrer hier eine Kapelle erbaut hatten.

Als die Kapelle 1768 neu eingedeckt wurde, forderte die Bevölkerung lautstark, das Bildnis des unter dem Kreuz fallenden Heilands zu erhalten. Dennoch sollte sie 1785, in der Zeit der beginnenden Aufklärung, ebenso wie die Johanneskapelle am Högl abgerissen werden, was jedoch der zuständige Pfarrherr, der Propst des Klosters Höglwörth, verhindern konnte.

Nach Kriegsende 1945 wurde die Kapelle kurze Zeit von den Amerikanern als Kontrollposten benutzt und die vorhandenen Kirchenstühle verheizt.

Nach der Renovierung im Jahr 1973 wurde das Bauwerk aufgebrochen und zwei Soldatenfiguren und zwei Leuchter gestohlen.

2004 wurde dei notwendige Außenrenovierung mit dem Aufsetzen eines neuen Kreuzes auf dem Dachfirst abgeschlossen. 2005 erfolgte eine Neugestaltung des Innenraumes als „Kreuzweg-Kapelle“. Das nachträglich angebrachte Altarbild von J.G. Weibhauser von 1855 mit der Darstellung der „Sieben Schmerzen Mariens“ wurde in die Pfarrkirche Piding verbracht. Die Christusfigur „Jesus fällt unter dem Kreuz“ befindet sich nun mit dem neuen Altaraufbau im Mittelpunkt der Apsis. Das barocke Tafelbild der „Grablegung Christi“ ist als Antipendium im Altar eingefügt. An die Seitenwände der Kapelle wurden die 14 Kreuzwegstationen gehängt. Der Kreuzweg wurde 1907 auf dem Dachboden des Nachbaranwesens Zebhauser aufgefunden; es darf angenommen werden, dass er seinerseits in der Kapelle aufgehängt war. Die einfachen Holzrahmen in Kerbschnitttechnik wurden 1907 gefertigt. Fehlende Rahmen wurden nachgeschnitzt und die Kreuzwegbilder durch Reproduktionen ersetzt.

Die Gestaltung der Strailachkapelle lädt zur Meditation über Leid und Unrecht in der Welt und den Mitvollzug des Leidenswegs Christi ein, der das Leid der Menschen mitgetragen und in der Auferstehung überwunden hat.