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Strailachkapelle

Im Mittelpunkt der Strailachkapelle, eines schlichten rechteckigen Baus mit halbrundem Schluss (sieben Meter lang, vier Meter breit und fünf Meter hoch) steht ein Bildnis des unter dem Kreuz fallenden Heilands. Ein Schreiben des Hochfürstlichen Salzburglichen Consistoriums von 1709 erteilt Walburga Hofmüllerin, verwitwete Müllerin aus Reichenhall, die Erlaubnis zur Errichtung dieser Kapelle zwischen Mauthausen und der Staufenbrücke mit jener Darstellung. Die Lage an der alten Salzstraße ließ Max Wieser darauf schließen, dass bereits zuvor Salzfahrer hier eine Kapelle erbaut hatten.

Als die Kapelle 1768 neu eingedeckt wurde, forderte die Bevölkerung lautstark, das Bildnis des unter dem Kreuz fallenden Heilands zu erhalten. Dennoch sollte sie 1785, in der Zeit der beginnenden Aufklärung, ebenso wie die Johanneskapelle am Högl abgerissen werden, was jedoch der zuständige Pfarrherr, der Propst des Klosters Höglwörth, verhindern konnte.

Nach Kriegsende 1945 wurde die Kapelle kurze Zeit von den Amerikanern als Kontrollposten benutzt und die vorhandenen Kirchenstühle verheizt.

Nach der Renovierung im Jahr 1973 wurde das Bauwerk aufgebrochen und zwei Soldatenfiguren und zwei Leuchter gestohlen.

2004 wurde dei notwendige Außenrenovierung mit dem Aufsetzen eines neuen Kreuzes auf dem Dachfirst abgeschlossen. 2005 erfolgte eine Neugestaltung des Innenraumes als „Kreuzweg-Kapelle“. Das nachträglich angebrachte Altarbild von J.G. Weibhauser von 1855 mit der Darstellung der „Sieben Schmerzen Mariens“ wurde in die Pfarrkirche Piding verbracht. Die Christusfigur „Jesus fällt unter dem Kreuz“ befindet sich nun mit dem neuen Altaraufbau im Mittelpunkt der Apsis. Das barocke Tafelbild der „Grablegung Christi“ ist als Antipendium im Altar eingefügt. An die Seitenwände der Kapelle wurden die 14 Kreuzwegstationen gehängt. Der Kreuzweg wurde 1907 auf dem Dachboden des Nachbaranwesens Zebhauser aufgefunden; es darf angenommen werden, dass er seinerseits in der Kapelle aufgehängt war. Die einfachen Holzrahmen in Kerbschnitttechnik wurden 1907 gefertigt. Fehlende Rahmen wurden nachgeschnitzt und die Kreuzwegbilder durch Reproduktionen ersetzt.

Die Gestaltung der Strailachkapelle lädt zur Meditation über Leid und Unrecht in der Welt und den Mitvollzug des Leidenswegs Christi ein, der das Leid der Menschen mitgetragen und in der Auferstehung überwunden hat.