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WüstenZEIT am 1.3.2020

Zur ersten der an jedem Fastensonntag stattfindenden Kreuzwegandachten hatte der Arbeitskreis Liturgie der Pfarrei Piding am Sonntag in die Pfarrkirche eingeladen.

Auf einer Leinwand war das Gemälde „Christus in der Wüste“ des russischen Malers Iwan Kramskoi zu sehen, außerdem fand sich im Altarraum eine kleine Wüste aus Tüchern, Sand und einem großen schroffen Stein. Karl Wimberger begann die Andacht mit einführenden Gedanken zur Wüste, der Wind treibt den Sand hoch, nur beschwerliches Gehen ist möglich, die Sonne brennt vom Himmel, Durst macht sich bemerkbar.

Dann folgte das Tagesevangelium nach Matthäus. Er berichtet darin, dass Jesus vierzig Tage und Nächte in der Wüste fastete, bevor der Teufel an ihn herantrat, um ihn zu versuchen. Jesus aber sagte zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen.

Elke Dreser schließlich erläuterte die Übertragung ins Leben: „Wüstenerfahrungen“ eines jeden einzelnen, beispielsweise Probleme, Erfolglosigkeit, zerbrochene Freundschaften, Krankheit, Streit ... einige dieser „persönlichen Wüsten“ waren mit Sand auf Karton geschrieben und um die Sandwüste herum dekoriert.

Ulli Traxl brachte die Fürbitten vor Gott, in denen unter anderem für die Einsamen gebetet wurde, für die Kranken, um aus ihrer Wüste aus Schmerzen zu kommen, für alle mit einer persönlichen Wüste, dass sie diese überwinden können und eine „Oase“ finden, Hoffnung und Kraft.

Die Oase wurde durch eine Blume visualisiert, die mitten in die kleine Sandwüste im Altarraum gestellt wurde.

Die Schlussgedanken trug Hildegard Popp vor:  Wer bin ich, wenn ich so bin wie alle? Möchte ich das was ich täglich tue, wirklich tun? Wenn ich nachdenke über mich, über mein Leben, finde ich mich dann in der Wüste, nicht mein Bild, die Maske die ich trage, sondern mein eigenes „Ich“?

Die musikalische Umrahmung der WüstenZEIT übernahmen Maria und Theresa Popp. Mit ihrem einfühlsamen Spiel auf Geige und Bratsche begleiteten sie den gemeinsamen Gesang der Gläubigen und rundeten die Andacht mit zwei Instrumentalstücken ab. 

Text + Bild: Judith Stöberl