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Mit Jesus unterwegs wie die Emmausjünger - 50 Kinder im Pfarrverband Anger-Aufham-Piding feiern Erstkommunion

Jesus, erzähl uns von Gott!“ - dieses Motto hatten sich die insgesamt 50 Erstkommunionkinder im Pfarrverband Anger-Aufham-Piding für ihren großen Tag. 23 kommen aus Anger, 13 aus Aufham und 14 aus Piding. Aufgrund der Corona-Auflagen gibt es heuer sieben Erstkommunion-Messen. In festlich geschmückten Gotteshäusern trafen sich nun die ersten vier Kommuniongruppen mit ihren Familien zum Festgottesdienst in ihrer jeweiligen Pfarrkirche.
     Seit Monaten hatten die Kinder darauf hin gefiebert; als Alternative zu den Gruppentreffen, die nicht möglich waren, gab es „Erzählgottesdienste“. Die Kirchenzugänge mit viel Grün und den Kirchenfarben Gelb und Weiß herausgeputzt. In Anger waren die Bänke und ein grüner Bogen über dem Mittelgang mit selbst bemalten Fischen, einem Jesus-Symbol, geschmückt, in Aufham und Piding steckte an jeder Bank ein grün-weiß-gelbes Sträußchen.
   Freudige Klänge empfingen die Erstkommunikanten und ihre mitfeiernden Gäste. So spielten in Anger und Aufham die Geigerin Cora Stiehler, deren Sohn Filip Constantin auch Erstkommunion hatte, mit Kirchenmusikerin Martina Jakob bekannte Filmmelodien mit symbolischer Bedeutung. Zum Einzug erklang die Melodie aus „Ein Drache begibt sich auf eine Reise“, passend zur Reise der Kinder mit Jesus, der ihnen Geschichten von Gott erzählt. Zur Kommunion spielte das Duo „A thousand years“ aus dem vorletzten „Twilight“-Film, als Sinnbild für die ewige Liebe Gottes.
   „May the forth be with you“ aus Star Wars wünschten die beiden Musikerinnen den Buben und Mädchen zum Auszug: dass die Macht, die Kraft Gottes mit ihnen sein möge.
   Die von allen mitgesungenen Lieder wie „Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen“ oder das Mottolied „Jesus, erzähl uns von Gott“ waren im ganzen Pfarrverband gleich. Sie wurden in Piding von zwei Mutter-Tochter-Paaren vokal und instrumental begleitet: Michaela und Stefanie Menges an Cajon und Gitarre sowie Anni und Anna-Maria Utz an Orgel und E-Piano.
   Ein Kerzen-Ritual nach dem Einzug mit den Ministranten stimmte die Festgemeinde ein: Als Zeichen für Jesus, Licht des Lebens, wurden feierlich die Kommunionkerzen der Kinder entzündet. Pfarrer Ionel Anghel wurde bei der Liturgie von seinem rumänischen Priester-Freund Sebastian Anton, der nun zwei Wochen zu Gast ist, und Gemeindereferentin Marianne Aicher unterstützt.     Erstkommunioneltern wirkten als Lektoren mit.
   Die Gemeindereferentin, Leiterin der Erstkommunionvorbereitung, hielt am ersten Kommunion-Wochenende die Ansprache über das Evangelium von den Emmausjüngern.
   Sie lud die Kinder ein, auf der Osterkerze passende Symbolbilder zu entdecken, wie Füße sowie Brot und Wein. Auch ein Weg war auf der Kerze zu entdecken. Aicher zog eine Parallele zwischen dem steinigen Weg, den die Jünger nach der entsetzlichen Erfahrung der Kreuzigung Jesu gingen, und unseren Steinen im Leben: dem Corona-Stein, aber auch der Erfahrung, dass Sicherheiten verloren gegangen sind, dass ich etwas nicht geschafft habe, dass es schlimmen Streit gegeben hat.
   Die Jünger hätten erlebt, dass auf einmal einer mitgeht und das tut, was in so einer Situation gut tut, nämlich nachfragen: Was beschäftigt dich? „Dann kann man erzählen, über Ängste, über Sorgen, reden über Hoffnungen, die sich nicht erfüllt haben.“ Sie zeigte den Kindern auf, dass auch die Beichte so eine Möglichkeit ist. Die Emmausjünger hätten Jesus nicht gleich erkannt, erst beim Brotbrechen und Teilen, das für alles steht, was sie mit Jesus erfahren haben. In diesem Moment hätten sie Jesus auf einmal nicht mehr gesehen. „Sie müssen ihn nicht sehen, sie haben ihn im Herzen.“ Mit dem Feuer der Begeisterung seien sie den langen steinigen Weg zurück gelaufen, um es den anderen zu erzählen. Aicher wünschte den Kindern, dass sie das aus ihrer Erstkommunion mitnehmen können: die Erfahrung, dass Jesus lebt, und unser Herz dafür brennt.
     Auch zwei gemeinsame Gebete sprachen die Kinder, die mit den Seelsorgern und Ministranten im Halbkreis um den Altar saßen. Nach dem ersten Empfang des Leibs des Herrn endete die Festmesse mit dem Dank an die Tischmütter, Pfarrgemeinderatsvorsitzenden, Religionslehrerinnen, Mesnerinnen, Musikerinnen und alle, die ihren Beitrag geleistet haben. Zur Erinnerung erhielt jedes Kind ein kleines Kreuz.

Bericht: Veronika Mergenthal

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Häusl, Mergenthal, Stöberl