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Passionssingen in Aufhamer Pfarrkirche

„Das Kreuz muss er mittragen“ – Passionssingen in der Aufhamer Pfarrkirche – Besinnliche Einstimmung auf die Fastenzeit

Mit einem nachmittäglichen Passionssingen in der Pfarrkirche St. Jakobus wurden die Besucher in Aufham auf die Fastenzeit eingestimmt. Der Blick wurde dabei auf verschiedene Schwerpunkte gerichtet: auf die Gottesmutter Maria, den Leidensweg Christi, die tröstliche österliche Erwartung und auf einen Glaubenszeugen unserer Zeit: den evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer der im April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet worden ist. Das Programm wurde von den Höglwörther Sängern, dem Gesangstrio „Vocale 1652“, Maria Wadispointner an der Harfe, dem Aufhamer Gitarrentrio, der Sopranistin Monika Koch und Martina Jakob gestaltet. Sie hatte auch die Gesamtleitung der Veranstaltung. Sprecherin war Ulli Traxl.

Mit einem Harfenstück eröffnete Maria Wadispointner die Veranstaltung. Die fein angelegten Töne mit einem Hauch Melancholie in der Melodie waren genau die richtige Einstimmung auf das Schwerpunktthema: die Passion Christi. Sprecherin Ulli Traxl freute sich in ihrer Begrüßung über den guten Besuch und über die Anwesenheit des neuen Leiters des Pfarrverbandes Anger-Aufham-Piding, Pfarrer Ionel Anghel. Ulli Traxl stieg mit nachdenklichen Texten in das Programm ein. Der Leidensweg Christi habe bereits mit seiner Menschwerdung begonnen. „Mit der Geburt des Sohnes und seinem Leidensweg wurde auch Maria stark im Glauben geprüft. Sie lädt uns ein mit ihr an der Hand den Weg des Glaubens zu gehen. Salve Regina“ leitete Traxl zum ersten Liedbeitrag über. „Salve Regina“ war auch das Solostück von Sopranistin Monika Koch, in bewährter Manier begleitet von Martina Jakob auf der Orgel. Als weithin bekannt und geschätzte Instrumentalgruppe hatte darauf das „Aufhamer Gitarrentrio“ mit Hans Birnbacher, Gerhard Lexhaller und Jürgen Fritz seinen ersten „Einsatz“. Ihr Spiel war reines „genussvolles Zuhören“. Denn die drei zeigten einmal mehr ihre Versiertheit und setzten markante Akzente im Gesamtprogramm. Die Gitarrenmusik war bestens geeignet für eine Veranstaltung dieser Art, ebenso wie der Harfenklang, bei dem Maria Wadispointner ihr beachtliches Können ausspielen konnte. Gute Bekannte bei Veranstaltungen in der Aufhamer Pfarrkirche sind die „Höglwörther Sänger“. Dieses Männerquartett mit seinem Liedbegleiter Horst Schneider auf der Gitarre war für die vollen, satten Vocal-Töne zuständig. Sie betrachteten Christi Leiden in ihren hervorragend gewählten Liedern und stützten sich dabei überwiegend auf Volksgut. Markant war ihr Vortrag, besonders bei dem Lied mit dem Refrain: „Kreuzige ihn“ wurde Gänsehautgefühl erzeugt. „Maria wollte gehen“ war der erste Beitrag von „Vocale 1652“, der zweiten Gesangsgruppe im Programm. Martina Jakob und Monika Koch waren jetzt mit männlicher Stimmunterstützung zu hören. Das Trio fügte sich mit seinen Beiträgen bestens in das Gesamtprogramm ein. In abwechslungsreicher Folge waren Sänger und Instrumentalisten zu hören. Obwohl das Gesamtthema keine leichte Kost war, so bot sich den Besuchern doch im genussvolles Zuhören durch die ausgefeilte Interpretation der Beiträge. Markant und nachhaltig wirkten die Texte von Ulli Traxl. Sie sagte. „Das schwere Kreuz das Jesus auf sich nimmt, symbolisiere auch Leid und Not in der Welt. Er nimmt sein Schicksal an und bleibt den Menschen treu bis zum Tod am Kreuz. Er wurde nicht gefragt, wann es ihm Recht ist Abschied zu nehmen. So wie wir auch nicht gefragt werden. Aber Abschied nehmen heißt auch wieder neu aufzubrechen“ hatte sich die Sprecherin motivierende Worte zurecht gelegt.

In den Textbetrachtungen wurden auch Gedanken zu dem lutherischen Theologen Dietrich Bonhoeffer aufgegriffen, der im April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg ermordet worden ist. Der Theologe hat sich mit seinen Texten ein ganz besonders Erbe verwahrt und das Lied „Von Guten Mächten wunderbar geborgen“ ist heute weithin bekannt. Der deutsche Komponist Otto Abel hat Bonhoeffers Text im Jahr 1959 in einer sehr berührenden Form vertont. Am Ende des Programms waren alle Besucher aufgefordert in dieses Lied mit einzustimmen und manchem mag wohl diese Melodie auf dem Nachhauseweg noch lange nachgeklungen haben.

Martina Jakob hatte die Gesamtleitung und saß beim Passionssingen auch an der Orgel. Der Erlös aus der Veranstaltung fließt in den „Spartopf“ zur Anschaffung einer neuen Orgel für Aufham. Voraussichtlich wird es 2018 soweit sein.

Das Aufhamer Gitarrentrio sorgte für reinen Hörgenuss mit seinen Beiträgen.

Bericht und Fotos: M. Horn