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120 Teilnehmer beim „Ministrantentag“ - Altardiener aus dem ganzen Landkreis BGL trafen sich im Pfarrzentrum „St. Severin“ Mitterfelden

Die katholische Jugendstelle Berchtesgadener Land hat zum landkreisweiten Ministrantentag in das Pfarrzentrum „St. Severin“ eingeladen. Abwechselnd ist für die Dekanate Teisendorf und Berchtesgaden jeweils eine andere Pfarrei Gastgeber. Diesmal kamen 120 Messdiener sowie Begleitern aus 11 Pfarreien nach Mitterfelden. Auf dem Programm stand ein Postenlauf und danach fertigen die Mädels und Buben in 16 Gruppen Ratschen. Beeindruckend war ein Kirchenzug bei dem die jungen Christen ihre liturgische Kleidung angezogen hatten und der gemeinsame Gottesdienst, zelebriert von Pfarrer Wernher Bien. Die Geselligkeit kam auch nicht zu kurz, für Getränke und Essen war gesorgt.

Organisiert haben die Großveranstaltung Diakon und Jugendseelsorger Bernhard Hennecke und Jugendpflegerin Dipl.-Pädagogin Sylvia Scheifler unterstützt von einem Team aus der Pfarrei „Mariä Himmelfahrt“ Feldkirchen, zu der das PZ „St. Severin“ als sogenannte Nebenkirche gehört. Strahlender Sonnenschein bot die optimalen Voraussetzungen für den Aufenthalt im Freien.

Nach der Begrüßung war der Start der „Arbeitsaufträge“. Beim Postenlauf im und um das Pfarrzentrum konnten sich die Ministranten Baumaterial für die Ratschen holen. Kooperationsaufgaben mussten von zwei Gruppen gemeinsam gelöst werden, dabei war Gelegenheit andere Minis kennenzulernen.

Fröhliches Kinderlachen und emsiges Gewusel erfüllte die Stationen, bei denen sich Requisiten „Rund um den Gottesdienst“ fanden. Die Bezeichnungen lauteten: „Der schöne Ministrant“, „Wenn die Glocken schweigen“, Vergelt’s Gott“, „Das Aspergill ist leer“, „Total durcheinander“, Die Mesnerin ist krank“, „Das verdrehte Rauchfass“, „Ich kenne mich voll aus“ und schließlich „Kleine Pause“.

Für das Fertigen der Handratschen wurden folgende Utensilien benötigt: Holzstäbe, Schaschlikspieße, Draht, Zange, Trinkhalme, Pappe, Schnur, Korken und Klebeband. Bei den jeweiligen Gruppen waren entweder Oberministranten oder Erwachsene aus den Pfarreien dabei.

In Zivilkleidung gingen die Kinder und Jugendlichen zur Grundschule Mitterfelden, dort schlüpften alle in ihre Ministrantengewänder, und ein langer Kirchenzug, bei dem Pfarrer Wernher Bien die jungen Leute zum Singen animierte, führte zum Pfarrzentrum. Beim Einzug in den Pfarrsaal sang das Pidinger Ensemble “chor.junge.musik“ unter Leitung von Christian Stöberl das Lied Wo Menschen sich vergessen“.

Pfarrer Wernher Bien begrüßte die teilnehmenden Mädchen und Buben und sagte unter anderem: „Schön, dass wir immer zur Quelle kommen, von der alles Gute kommt, die uns Kraft gibt für den Alltag und wir unseren Mitmenschen gut begegnen können.“ Ihm assistierten Diakon Bernhard Hennecke und Gemeindereferentin Marianne Aicher vom Pfarrverband Anger-Aufham-Piding bei der Eucharistiefeier.

Die Lesung aus dem Buch Propheten Jeremia trug Jugendpflegerin Sylvia Scheifler vor.

Jugendseelsorger Hennecke verkündete das Matthäus-Evangelium. „Folge mit nach“ ist darin ein prägender Satz von Jesus. Er beruft den Zöllner Matthäus in seine Nachfolge und hält Tischgemeinschaft mit Zöllnern und Sündern.

Der Diakon hielt hernach eine freie Predigt und bezog die Ministranten mit ein, als er ihnen einige ihrer Beweggründe entlockte, wie ihr Engagement in der Kirche bei ihnen angefangen habe. „War da auch einer da, der gesagt hat, ich brauche dich, folge mir nach?“ Einige Antworten kamen aus den Sitzreihen: „Ja der Pfarrer hat gesagt, du hast es mir einmal versprochen.“ Eine weitere Äußerung: „Bei mit war’s so, weil meine Schwester schon ministriert hat, da wollt ich da auch mal tun und einfach mal ausprobieren. Und jemand sagte: „Ich hatte letztes Jahr Kommunion gehabt. In der Kommunionstunde haben sie uns einen Zettel hingelegt und da haben wir gedacht, dass wir ministrieren wollen.“

Hennecke fragte, wer denn am längsten ministriere, hier waren etliche bei zehn Jahren, die längste Zeit konnte ein Altardiener mit 13 Dienstjahren aufweisen. Zu „Folge mir nach“ meinte der Jugendseelsorger unter anderem, vielleicht wird ein guter Musiker, mal ein Kirchenmusiker oder aus Ministranten können Priester, Gemeindereferenten, Jugendpfleger werden. „Ganz egal, die Kirche Gottes braucht uns, damit der ‚Laden‘ weiterläuft und später Leute erfahren, dass Gott es gut mit uns meint.

Die anschließenden Fürbitten kamen größtenteils aus den Reihen der Messdiener.

Die Chor-Stimmen erfreuten die Gottesdiensteilnehmer mit Liedern aus dem Gotteslob.

Sehr harmonisch erklang dann das Vaterunser, während sich alle die Hände reichten. Nach dem Kommunionempfang und noch vor dem Segen ermunterte Hennecke die Minis ihre Ratschen ertönen zu lassen, was dann auch geschah. Er hatte eine Überraschung parat, in dem er pro Pfarrei die Lautstärke im Beisein zweier Beobachter aus dem Ministrantenkreis maß. Danach dankte Jugendpflegerin Sylvia Scheifler für die Teilnahme. Jede Pfarrei schickte hernach einen Ministranten nach vorne, um eine Teilnehmer-Urkunde in Empfang zu nehmen. Ein besonders Lob zollte die Scheifler der Gruppe aus der Ramsau, die nicht den weitesten, jedoch durch Baustellen sehr erschwert war.

Dann waren noch die Sieger mit den Ratschen zu ehren. Die Platzierung erfolgte je nach festgestellter Lautstärke. Hennecke und Scheifler hatten sich als Geschenk für die ersten Drei überlegt, einen Gemeinschaftsabend mit Kinofilm, Knabbereien und Essen zu spendieren. Und die Minis können entscheiden, wen sie einladen.

Die Schalldruckpegelmessung ergab für die Gruppen aus Piding, Anger und „St. Rupert“ Freilassing jeweils 51 Dezibel (dB). Siegerurkunden wurde an die jeweiligen Vertreter ausgehändigt.

Diakon Hennecke richtete herzliche Dankesworte an den Chor aus Piding und stellvertretenden für die Vorbereitung Hausherrn Pfarrer Bien und sein Team. Nach Terminhinweisen erteilte der Priester den Segen und der Auszug aus dem Saal erfolgte in den Innenhof des Pfarrzentrums.

Die Ministranten zogen sich wieder um und anschließend konnten sie sich mit Getränken und Hot-Dogs stärken.

Danach folgte die die Verabschiedung und Abholung der „Kleinen“ bis 13 Jahre.

Die Oberministranten verbrachten anschließend den Abend mit Pfarrer, Jugendseelsorger und Jugendpflegerin beim Kartenspiel „Werwolf“, wobei auch diskutiert wurde. Gegen 23 Uhr fand dann die Veranstaltung ihren Abschluss.

Text und Bilder: Andreas Pils