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Passionssingen in der Aufhamer Pfarrkirche mit erlesenem Programm – Erlös für die Anschaffung einer neuen Orgel

Mit einem Passionssingen gab es am Sonntagnachmittag in der Aufhamer Pfarrkirche eine einfühlsame und gelungene Einstimmung auf die Wochen der Fastenzeit. Kirchenmusikerin Martina Jakob hatte die Gesamtleitung, das Programm wurde von den Vogelauer Sängern, der Aufhamer Soatnmusi, dem Trio Vocale 1652 und Sprecherin Ulli Traxl gestaltet. Lied, Musik und Texte bildeten eine gelungene Symbiose um das an sich nicht ganz leichte Thema „Passion“ auf ansprechende Art und Weise aufzubereiten. Alpenländische Klänge, musikalisches Volksgut, Lieder aus dem Gotteslob und klassische Kompositionen bildeten sozusagen die einzelnen Bausteine für das Gesamtkonzept. Es waren nicht nur die vielfältigen musikalischen Genüsse sondern auch kurze prägnante Texte mit viel Nachhaltigkeit. „Vergelt’s Gott an Mitwirkende und Besucher, die sich ganz bewusst an diesem Sonntagnachmittag Zeit für den Abstand von der Hektik des Alltags genommen haben“ sprach Ulli Traxl am Ende der Veranstaltung Dank an alle Anwesenden aus. Der Erlös floss einmal mehr in den Fonds für die Anschaffung einer neuen Orgel in der Aufhamer Pfarrkirche. Und diese Pläne werden allmählich konkret. Denn im Rahmen des Passionssingens wurde die jetzige Aufhamer Orgel zum letzten Mal bei einem Konzert gespielt. Noch in diesem Jahr soll nach der Innenrestaurierung des Kirchenraumes mit dem Aufbau der neuen Orgel begonnen werden.

Doch zunächst kam die alt gediente Orgel nochmals zu Ehren und mit einer Improvisation zum Gottesloblied „Erhöhe Herr, erhöre mich“ wusste Martina Jakob dem großen Instrument interessante Tonfolgen zu entlocken. In einer sehr gefälligen Zusammenstellung wurde dann der Verlauf des Konzerts gestaltet. Prägnante Töne gab es von den Vogelauer Sängern zu hören. Kraftvoll und doch wohldosiert wusste dieses gemischte Quartett einmal mehr, die Zuhörer von seiner Sangeskunst zu überzeugen. Die gefälligen Melodien auf der Schiene volksmusikalischer Strukturen und die schönen Stimmharmonien waren ein Hörgenuss für das Publikum. Interessante Nuancen gab es bei den Beiträgen des Trios „VOCALE 1652“ zu hören. Marina Jakob, Monika Koch und Thomas Freiwang bildeten dieses Ensemble, sie widmeten sich überwiegend der geistlichen Musik und waren eine ausgezeichnete Bereicherung im Programm. Für die feinen Instrumentalklänge war die Aufhamer Soatnmusi zuständig. Harfe, Zither und Gitarre ließen ihre eigene Sprache zur Geltung kommen. Die gefühlvoll gesetzten alpenländisch geprägten Akkorde und Melodiefolgen fügten sich hervorragend in das Gesamtkonzept ein. Die kräftigen Instrumentalklänge setzte Martina Jakob an Orgel und Piano. So gab es unter anderem die Improvisation auf dem Klavier über den Choral „Wenn ich einmal soll scheiden“ zu hören. Ein weiterer Hörgenuss war das Solo der Sopranistin Monika Koch mit der Arie aus der Matthäuspassion „Erbarme dich mein Gott“ von Johann Sebastian Bach, hervorragend begleitet von Martina Jakob am Klavier. Neben Lied und Musik waren es die prägnanten Texte mit denen Ulli Traxl zum Gelingen des Passionssingens beitrug. In vier Betrachtungen zu den Themen „Anrufung“, „Kreuz“, „Erbarmen“, „Erlösung“ und einem Schlussresümee wusste sie den Zuhörern nachhaltige Gedanken mit auf den Weg durch die Fastenzeit zu geben. Es biete sich in der Vorbereitung auf Ostern an, Gedanken über das eigene Leben zu machen. Dazu zitierte sie den Theologen Karl Rahner: „Die unbequemste Art der Fortbewegung ist das in sich gehen“. Weiter spannte sie den Bogen hinüber zum Münchner Komiker Karl Valentin der seine eigenen Gedankengänge dazu hatte. „Heute besuche ich mich, hoffentlich bin ich daheim“. Ulli Traxl verstand es, den Zuhörern motivierende Worte zu vermitteln. Wenn auch manche Lebenssituationen ausweglos erscheinen ist Gott an unserer Seite. „Jesus Christus wird immer bei uns sein“, fasste sie zusammen. Das „letzte Wort“ hatte an diesem Nachmittag allerdings die alte Aufhamer Orgel. Mit der Improvisation über das Gottesloblied „Bekehre uns, vergib die Sünde“ wusste Martina Jakob einen prägnanten Schlusspunkt zu setzen. Und so war der lange und herzlich gespendete Applaus dann der verdiente Lohn für einen gelungenen Konzertnachmittag.

Die alte Aufhamer Orgel war am Sonntagnachmittag zum letzten Mal im Rahmen eines Konzerts zu hören, gespielt von Kirchenmusikerin Martina Jakob.

Mit ihren schönen Stimmharmonien trugen die Vogelauer Sänger zum Gelingen des Aufhamer Passionssingens bei.

Bericht und Fotos: Horn