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Bewegender Abschied von Pfarrer Josef Koller

Es war der ausdrückliche Wunsch von Pfarrer Josef Koller gewesen, dass bei seiner Beerdigung kein Trauergottesdienst sondern ein Dankgottesdienst gehalten werden sollte. Am Samstag, dem 29. September 2018 wurde diesem Ansinnen Rechnung getragen – und dennoch war unweigerlich spürbar, dass die Trauer um den beliebten Seelsorger groß ist. Die Zahl der vielen hundert Besucher war kaum überschaubar, viele fanden in der Pfarrkirche zum Gottesdienst keinen Platz mehr. Familienangehörige, Abordnungen aus der Heimatgemeinde und den früheren Wirkungskreisen von Pfarrer Koller, Delegationen aus dem Pfarrverband Anger-Aufham-Pding, die Fahnenabordnungen aller Ortsvereine aus den drei Pfarreien sowie Weggefährten und Freunde erwiesen dem Verstorbenen die Ehre und gaben ihm ihr Geleit auf seinem letzten irdischen Weg. Nach der sehr bewegenden Messe formierte sich eine lange Prozession durch Pidings Straßen, bevor Pfarrer Josef Koller auf dem Kirchfriedhof im Priestergrab seine letzte Ruhestätte fand.

Der Altarraum der Pidinger Pfarrkirche war voll besetzt mit Priesterkollegen als der kirchliche Dienst mit den Ministranten in das Gotteshaus einzog. Pfarrverbandsleiter Ionel Anghel hieß die Gläubigen willkommen und zitierte zu Beginn des Gottesdienstes aus der Verfügung von Pfarrer Josef Koller. „Ich habe in meinem Leben die Frohbotschaft Christi verkündet, möge davon etwas aufflackern bei diesem Gottesdienst“. Es war sein ausdrücklicher Wunsch gewesen, dass bei seiner Beerdigung ein Dankgottesdienst gefeiert werden sollte. Monsignore Pfarrer Klaus Peter Franzl war Hauptzelebrant, Dekan Monsignore Dr. Thomas Frauenlob, ein gebürtiger Pidinger und heute Dekan des Dekanats Berchtesgaden hielt die Predigt. „Josef Koller wurde in einem Pfarrhaus in Niederbayern geboren und verstarb in einem Pfarrhaus in Oberbayern“, stieg er in seine bewegende Predigt ein, die ein Spiegelbild der Wesenszüge und der Schaffenskraft des Verstorbenen vermittelte. „Was machte das Leben von Josef Koller aus?“, stellte Frauenlob zur Frage. Josef Koller hat das Leben gerne mit einer Bootsfahrt verglichen, die nicht immer eine Vergnügungsfahrt sei. Dekan Frauenlob zeigte Eckdaten aus dem Werdegang auf und erinnerte an dessen Primizspruch aus dem Korintherbrief: „Wir sind nicht Herren eures Glaubens sondern Diener eurer Freude“. Dekan Frauenlob: „Das war keine Floskel oder eine fromme Dekoration. Nein, es war sein Ideal, sein Programm, sein fester Vorsatz. Er wollte ein wackerer, geradliniger, unverbogener Diener Christi sein.“ Frauenlob würdigte das Wirken des Verstorbenen, der sich hohen Respekt verdient hat. „Josef Koller kam 2001 nach Piding, hat ab dem Jahr 2011 die Leitung des Pfarrverbandes Anger-Aufham-Piding übernommen, war Präses der Kolpingfamilie Bad Reichenhall und stellvertretender Dekan im Dekanat Berchtesgaden.“ Monsignorre Frauenlob wusste mit treffenden Worten Charakterzüge des Verstorbenen zu vermitteln, wobei auch der Sinn für Humor, der Pfarrer Josef Koller ausgezeichnet hatte, mit ins Spiel kam. Frauenlob zeigte das Arbeitsfeld auf, sprach dessen Familiensinn und Leidenschaft für kulinarische Genüsse an und würdigte das kollegiale Miteinander. „In erster Linie war Pfarrer Koller jedoch Seelsorger. Lebensnah und treffend waren seine Predigten, er sorgte sich um die Kinder, um Kranke und Sterbende und baute zu vielen Menschen ein väterliches, freundschaftliches Verhältnis auf“, sagte Frauenlob. Weiter war es dem Dekan ein Anliegen, Pfarrer Ionel Angehl zu dankten: „Es ist nicht immer so, dass sich der alte und der neue Pfarrer so gut verstehen“.

Predigt hier im pdf

Feierlich gestaltete sich der Verlauf des Gottesdienstes, die Musikkapelle Piding und der Kirchenchor Piding gestalteten die Messe mit festlichen Melodien, entsprechend dem Charakter eines Dankgottesdienstes.

Wie sehr Pfarrer Koller von den Pfarrangehörigen und der Dorfgemeinschaft geschätzt wurde, und welche Lücke der beliebte Seelsorger hinterlassen hat, das spiegelte sich in den Ansprachen des Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Dr. Christian Stöberl und Bürgermeister Hannes Holzner wider. Dr. Stöberl berichtete mit anrührenden Worten, dass Pfarrer Koller trotz seiner schweren Tumorerkrankung noch voller Pläne, Wünsche und Hoffnung war. Mit großer Zuversicht und Lebensfreude hatte er gegen seine Krankheit angekämpft. Dr. Stöberl erinnerte an Kollers 40jähriges Priesterjubiläum vor zwei Jahren. Damals hatte er schon von seiner Krankheit gewusst und diesen Tag ganz besonders genossen. „Eine große Freude war es für Pfarrer Koller jedes Jahr, beim Pfarrfest die Fahne am Pfarrhaus zu hissen“, brachte der Pfarrgemeinderatsvorsitzende in Erinnerung. „Der Pfarrhof war für ihn nicht nur Amtssitz und Wohnung sondern auch Heimat“, sagte Dr. Stöberl und dankte in diesem Zusammenhang allen helfenden Mitbürgern, die es ermöglicht hatten, dass er trotz der schweren Erkrankung dort bleiben konnte. Stellvertretend für den Pfarrverband und die Kolpingfamilie Bad Reichenhall richtete Dr. Stöberl mit einem anrührenden „Vergelt‘s Gott‘“ seinen Dank an den Verstorbenen: „Pfarrer Koller, Sie werden uns sehr fehlen“.

Trauerrede hier im pdf

Im Namen der politischen Gemeinde hielt Bürgermeister Hannes Holzner eine Ansprache. Er bezeichnete Pfarrer Koller als bürgernahen, humorvollen und herzlichen Seelsorger und stützte sich auf ein Zitat: „Wo man am meisten fühlt, hat man nicht viel zu sagen“. Dazu animierte er die Gottesdienstbesucher zum kurzen Innehalten um sich an persönliche Begegnungen mit Josef Koller zu erinnern.

Trauerrede hier im pdf

Herzliche Dankesworte kamen abschließend von einer Familienangehörigen des Verstorbenen. Vor allem würdigte sie, dass es Pfarrer Koller ermöglicht worden war, in seinem Pfarrhaus bleiben zu können.

Nach dem Dankgottesdienst formierte sich ein langer Zug, als der Sarg mit dem Verstorbenen durch Pidings Straßen gefahren wurde. Vorbei an seinem geliebten Pfarrhaus ging es dann in Richtung Friedhof. Im Priestergrab wurde er dann zur letzten Ruhe gebettet.    

 

Altarbild mit dem Verstorbenen

Feuerwehrkameraden aus Piding hielten am Sarg eine Ehrenwache.

Voll besetzt mit Priestern, pastoralen Mitarbeitern und Ministranten war der Altarraum der Pidinger Pfarrkirche.

Dekan Monsignore Dr. Thomas Frauenlob hielt die Predigt und zeichnete ein charakteristisches Bild des Verstorbenen und brachte große Wertschätzung zum Ausdruck.

Anrührend und sehr persönlich war die Rede des Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Dr. Christian Stöberl

Ein langer Prozessionszug führte durch Pidings Straßen.

Im Priestergrab auf dem Kirchfriedhof hat Pfarrer Koller seine letzte Ruhestätte gefunden.

Fotos und Bericht: Maria Horn

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