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Pidinger Ministrant ministriert im Kölner Dom

Ein großer Traum ging am Palmsonntag für einen Pidinger Ministrant in Erfüllung - er durfte beim Festgottesdienst zum Palmsonntag im Kölner Dom ministrieren.

Hier sein Bericht:

Seit ich das erste Mal den Kölner Dom gesehen habe,  träume ich davon, dort einmal  an einem Gottesdienst teilzunehmen. Die Größe, die vielen verschiedenen Fenster, Türme, Seitengänge, Bilder usw. sind wahnsinnig beeindruckend und man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Ständig entdeckt man etwas neues.

Am Palmsonntag war es endlich soweit. Ich durfte an der heiligen Messe teilnehmen - ein aktiver Teil davon sein.

Auf dem Weg in die Stadt wurde ich von Station zu Station aufgeregter. In meinem Kopf ging es drunter und drüber.  Wie viele Menschen werden da sein? Wie wird es sein in einer anderen Gemeinde zu ministrieren? Hoffentlich mache ich nichts falsch, es ist eine Live-Übertragung mit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki. Was ziehen wir an usw.

Als wir um kurz vor halb neun ankamen war es noch sehr ruhig in der Stadt und der Dom so gut wie leer. Es ist unbeschreiblich was für eine Energie, Ruhe und Kraft dort zu spüren sind.

Als allererstes zündete ich für unsere Pidinger Gemeinde, unseren lieben Pfarrer Koller, für unsere Ulli (dass sie schnell wieder gesund wird) und meine Familie Kerzen an.

In der Sakristei wurde ich ganz herzlich begrüßt und durfte mir gleich alles anschauen und mich umziehen.

Der Oberministrant hat Bauklötze gestaunt, als er gehört hat wieviele Ministranten wir in Piding sind und wie voll es oft in unserem Altarraum ist. Seine Gruppe besteht aus knapp 40 Minis und mit Müh und Not kommen 10 bis 15 Ministranten zu den ganz wichtigen Gottesdiensten.

Um kurz vor halb zehn ging es endlich los. Wir stellten uns für den Auszug aus dem Dom auf. Es war mucksmäuschenstill als wir losgegangen sind. Die Bänke waren schon gut gefüllt und es blitzten die Kameras.

Bei strahlendem Sonnenschein ging es quer über das Domportal durch die Stadt zur Minoritenkirche. Dort empfing uns der Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki zur Palmweihe. Besonders schön sah es aus, als die Pfarrer, Priester, Diakone etc. richtige Palmblätter überreicht bekamen.

Anschließend gingen wir in der Prozession, singend, begleitet von Bläsern und gigantischem Glockengeläut zurück zum Dom.

Jede Bank war bis zum letzten Platz besetzt und ich hatte ein Kribbeln im Bauch auf dem Weg zum Altarraum. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn zum ersten Mal die Glocken, die Orgel und den Chor hört und die vielen Menschen sieht.

Der Gottesdienst war wunderschön. Ich durfte den Leuchter und die Kredenz übernehmen. Ich konnte es gar nicht glauben, dass alles zusammen zweieinhalb Stunden gedauert hat. Mir kam es so vor, als wäre gerade mal eine Stunde vergangen.

Im Anschluss durften wir noch ganz viele Bilder machen und ich wurde eingeladen jederzeit wieder zu kommen.

Es war ein unbeschreiblich schöner, aufregender und beeindruckender Tag.

 

Hier noch ein paar Eindrücke....

 

 

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Erfahrungen einer Pidinger Ministrantin in Amerika

In Amerika gibt es eigentlich nur zwei Extreme, entweder die Leute glauben gar nicht an Gott, sind also Atheisten oder sie sind extrem gläubig und übernehmen alles was in der Bibel steht eins zu eins.
Auch wenn ich nicht unbedingt von Katholiken in der USA reden kann, da ich in einer evangelischen Glaubensgemeinde war und meine Gastfamilie auch diese Glaubensrichtung hatte, kann ich doch sagen, dass die Kirche, das ganze Interagieren mit den Mitmenschen/ -gläubigen anders ist, was man auch teilweise auf der Straße oder auch in der Schule merkt. Auch der Gottesdienst wird ganz anders gestaltet.

In meiner Gemeinde, in der ich als Gast war lief der Gottesdienst folgendermaßen ab:
Vorne in jeder Bank befanden sich 2 Psalmen-Gesangbücher und eine Bibel. Das Innere der Kirche war schlicht und modern gehalten ohne übermäßig Gold oder Dekoration. Das einzige was es gab war ein einzelner Kunstblumenstrauß vor dem Altar und einige schlichte Verzierungen in der Ausstattung dieser Kirche. Es gab auch keine Kreuze im Inneren. Der ganze Raum war sehr hell mit hohen Fenstern und weißer Farbe an den Wänden. Der Pastor trug auch keine spezielle zeremonielle Kleidung sondern nur einen schlichten Anzug. Auch musste man sich erst daran gewöhnen, dass er verheiratet war und Kinder hatte.
Vor dem Start des Morgengottesdienstes hatte der Pastor immer einige Ankündigungen, die nicht immer unbedingt kirchlicher Natur sein mussten, sondern auch teilweise politischer, wie z.B. friedliche Proteste, sein konnten oder einfache HInweise zum Verhalten in der KIrche. Die Kirche war zu klein für eine Orgel oder dergleichen, also sangen die Leute dort acapella, was sich erstaunlicherweise echt gut anhörte, da sie alle singen konnten. Nach dem Eröffnungslied wurden Passagen aus der Bibel mal vom Pastor und manchmal gemeinsam vorgelesen. Auf diesen wurde dann die Predigt(en) aufgebaut.
Beim Abendgottesdienst wurden zudem Liedwünsche aus dem Psalmen-Liederbuch angenommen und am Ende wurden die Leute, die in der Kirche waren gefragt, für wen sie gerne beten würden. Aus den Antworten bestand dann das Schlussgebet. Der Rest verlief wie im Morgengottesdienst, nur dass dieser ein bisschen länger war.
Während des Schuljahres, also wenn gerade keine Ferien waren hatte man zudem vor dem Morgengottesdienst noch Religionsunterricht, da dieser in der USA an Schulen verboten wurde. Insgesamt verbringt man dann 3 Stunden in der Kirche.
Einmal im Monat setzten sich alle Mitglieder der Kirchengemeinde zusammen, jeder brachte was zu essen mit und man redete einfach und tauschte sich aus. Zudem gab es einmal im Monat auch die Abendmahlsfeier, an der nur vollwertige Mitglieder der Kirchengemeinde teilnehmen durften. Auch Außenstehenden war es verboten daran teilzunehmen.
Ein weiterer Unterschied besteht auch darin, dass viel mehr junge als alte Menschen die Kirche besuchen. Die ganze Atmosphäre ist auch familiärer was wahrscheinlich daran liegt, dass jeder jeden kennt und man nach der Kirche noch mindestens eine halbe Stunde zusammensteht.

Steffi Menges